ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2007Überweisungen vom Hausarzt zum Facharzt – Naht- oder Bruchstelle? Ergebnisse einer Überweisungsstudie im Raum Marbach/Ludwigsburg (Baden-Württemberg): Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Überweisungen vom Hausarzt zum Facharzt – Naht- oder Bruchstelle? Ergebnisse einer Überweisungsstudie im Raum Marbach/Ludwigsburg (Baden-Württemberg): Schlusswort

Dtsch Arztebl 2007; 104(8): A-507 / B-447 / C-434

Rosemann, Thomas

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Autoren stimmen mit Herrn Dr. Seuser darin überein, dass eine Gebühr pro Besuch möglicherweise auch eine zusätzliche Steuerfunktion bewirken könnte. Sie könnte aber auch zu Fehlsteuerungen zum Beispiel im Sinne einer Unterversorgung von sozial schwachen Patienten oder allgemein zu einer stärkeren Erwartungshaltung führen. Auch der Perspektive des Facharztes von Herrn Dr. Papke können wir uns anschließen: Die Praxisgebühr allein setzt den Hausarzt noch nicht in eine Lotsenfunktion. Oft muss er gerade zu dem mit Abwanderung drohenden Patienten – oftmals zähneknirschend – „Wunschüberweisungen“ oder Überweisungen aufgrund von Wiedereinbestellung ausstellen. Haus- und Fachärzte sitzen hier im selben Boot: der Hausarzt kann seine vorselektierende, lotsende Funktion gar nicht adäquat wahrnehmen und der Facharzt sieht sich oftmals mit fraglich indizierten Überweisungen konfrontiert.
Wir möchten aber abschließend nochmals deutlich machen, dass sich unsere Studie nur auf sogenannte „direkte“ Überweisungen bezog, bei denen ein Hausarzt-Patient-Kontakt mit einer Konsultation stattgefunden hat. Das Phänomen der „indirekten“ Überweisungen bedarf einer weiteren und genaueren Untersuchung.

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Thomas Rosemann
Sektion Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung
Universität Heidelberg, Voßstraße 2
69115 Heidelberg

Interessenkonflikt
Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.