ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2007Kulturgeschichte. Goethes Dichtung in der Musik

KULTUR

Kulturgeschichte. Goethes Dichtung in der Musik

Dtsch Arztebl 2007; 104(8): A-511 / B-451

Zenner, Olaf

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Knut-Olaf Haustein: „Da schwebt hervor Musik mit Engelsschwingen“. Goethes Dichtung in der Musik. Reihe Palmbaum Texte. Kulturgeschichte, Band 20. quartus- Verlag, Bucha bei Jena, 2005, 326 Seiten, gebunden, 14,90 €
Knut-Olaf Haustein: „Da schwebt hervor Musik mit Engelsschwingen“. Goethes Dichtung in der Musik. Reihe Palmbaum Texte. Kulturgeschichte, Band 20. quartus- Verlag, Bucha bei Jena, 2005, 326 Seiten, gebunden, 14,90 €
Goethe war nicht nur ein Musikliebhaber, er war auch Kenner im allerbesten Sinn. So erlernte er zusammen mit seiner Schwester Cornelia Flöte und Klavier spielen. In Leipzig trat er im Haus des Musikverlegers Breitkopf bei Hausmusiken neben dem Klavier- und Flötespielen auch mit Gesang hervor. Wenig bekannt sind Goethes Dichtungen zu Singspielen, wie zum Beispiel zu dem Singspiel „Erwin und Elmire“, das in der Vertonung von Johann André auf den deutschen Opernbühnen viel gespielt wurde. Dieser Singspieltext wurde insgesamt achtmal auch von anderen Komponisten vertont, unter anderem von Herzogin Anna Amalie. Sie war die Nichte Friedrichs des Großen und Mutter des Herzogs Karl August sowie Gründerin des Weimarer Liebhabertheaters.
Überhaupt gelingt es Haustein, die Anziehungskraft Weimars als geistiges Zentrum in den Begegnungen mit vielen Musikern herauszustellen. Namen wie Gasparo Spontini, Ludwig van Beethoven, Johann Nepomuk Hummel, Niccolò Paganini oder Felix Mendelssohn Bartholdy sind wohl vielen Musikfreunden bekannt, weniger aber die Pianistin Maria Szymanowska, Johann Friedrich Reichardt oder Philipp Christoph Kayser. Von den beiden letzteren Musikern und Komponisten ließ sich Goethe in musikalischen Dingen beraten. Ein lebenslanger Freund und musikalischer Berater wurde ihm Carl Friedrich Zelter, den man als Initiator der Wiederaufführung der bachschen Matthäus-Passion kennt, die allerdings Mendelssohn 1819 in Berlin dirigierte. Zeit seines Lebens hat Goethe sich viel über Musik geäußert und sogar eine Tonlehre, ähnlich der Farbenlehre, aufgezeichnet. Allerdings ist die Tonlehre, im Buch als Tabelle mitgeteilt, Fragment geblieben.
Der größte Teil des gut lesbaren Buches ist den Musikern gewidmet, die den Werther- oder den Fauststoff komponierten. Hier sind besonders Jules Massenet für „Werther“ und Louis Spohr sowie Charles Gounod für „Faust“ zu erwähnen.
Alles in allem ein Buch, das das Leben Goethes von dessen eher vernachlässigten musikalischen Seite her darstellt. Sowohl literarisch als auch historisch bekommt man nicht nur einen vertieften Eindruck von der Anziehungskraft der Dichtungen Goethes auf die Komponisten, die bis in unsere Zeit reicht, sondern auch von den Zuständen in Weimar an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert. Schließlich war Goethe von 1791 bis 1817 Intendant am Weimarer Hoftheater, wo er zahlreiche Opern, besonders von Wolfgang Amadeus Mozart, aufführte. Olaf Zenner
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema