ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2007RANDNOTIZ: Durch dick und dünn

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RANDNOTIZ: Durch dick und dünn

Dtsch Arztebl 2007; 104(9): A-525 / B-461 / C-449

Gerste, Ronald D.

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LNSLNS Die Bürger des US-Bundesstaates Arkansas mochten in ihrem Gouverneur ein Spiegelbild ihrer selbst sehen, einer Gesellschaft mit katastrophalen Ernährungsgewohnheiten. Denn Mike Huckabee, der seit 1996 an der Spitze des Staates im Süden steht, in dem fetttriefende Schweinerippchen vom „Pit Barbecue“ als Spezialität einer reichhaltigen, aber ungesunden Küche gelten, – dieser Gouverneur Huckabee war genauso adipös wie viele seiner Landsleute. 300 amerikanische Pfund brachte er im Jahr 2003 auf die Waage, als er plötzlich das Schicksal von Millionen übergewichtigen Landsleuten teilte: Die Ärzte diagnostierten Diabetes.
Für Huckabee war es das Zeichen zur Umkehr. Eigentlich hatte er einen Beruf ergriffen, dem Askese näher liegen sollte als Völlerei: Huckabee war Pfarrer der im amerikanischen Süden einflussreichen Baptistenkirche. Dann verschlug es ihn in die Politik mit all ihren Empfängen, Cocktailpartys und – Barbecues. Nach der Diabetesdiagnose unterzog sich der schwergewichtige Gouverneur einer Diät und begann Sport zu treiben – nicht irgendeinen: Huckabee lief Marathon. Sein Buch mit dem Titel: „Hören Sie auf, mit Messer und Gabel Ihr Grab zu schaufeln“ kann als Mahnung für Millionen Adipöse gelten.
Auf dem langen Lauf zu sich selbst ist Mike Huckabee jetzt zur nächsten Etappe aufgebrochen. Ende Januar hat er seine Bereitschaft erklärt, für die Präsidentschaft 2008 zu kandidieren. Er wäre der erste Diabetiker im höchsten Amt der USA. Huckabee hat in dem kleinen Ort Hope das Licht der Welt erblickt. Dort wurde auch ein anderer Gouverneur von Arkansas geboren: Bill Clinton. Ein Omen?
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