ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2007Kassenärzte: Was in Irland verdient wird
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Als Beitrag zur Debatte über Arzthonorare in Deutschland möchte ich folgende Übersetzung eines Artikels aus einer irischen Regionalzeitung vorstellen: „Ein Hausarzt, der ein Gesundheitszentrum in Gaoth Dobhair (in Donegal, Nordwestirland) leitet, verdiente im Jahr 2005 im staatlichen Gesundheitswesen 550 000 Euro und lag damit auf Platz zwölf der Verdienstrangfolge der Hausärzte in Irland . . . Platz zwei ging an . . . aus an Fhál Carrach, der nur knapp 4 000 Euro weniger verdiente. Unter den Hausärzten in der Gaeltacht-Region, die gut verdient haben, waren auch Dr. . . . aus an Clochán Liath mit 477 182 Euro, Dr. . . . aus an Clochán Liath mit 452 196 Euro, Dr. . . . von den Aran-Inseln mit 396 034 Euro, Dr. . . . aus Ailt an Chorráin mit 380 714 Euro, und Dr. . . . aus an Fhál Carrach mit Euro 366 176 . . . Mehr als 300 000 Euro wurde an mehr als 30 der 65 Hausärzte in der Grafschaft Donegal bezahlt, und es gab kaum einen Arzt, der weniger als 100 000 Euro verdiente . . . Die Gesundheitsbehörde (Health Service Executive) gibt zur Kenntnis, dass Bezahlungen für Praxismitarbeiter sowie andere Betriebskosten in den veröffentlichten Zahlen enthalten sind.“ Da der Betriebskostenanteil eines Gesundheitszentrums in Irland einschließlich Personalkosten in der Regel 40 Prozent nicht übersteigt, ist es leicht auszurechnen, dass die Verdienste unserer irischen Kollegen im öffentlichen Gesundheitswesen sich durchaus sehen lassen können. Darüber hinaus muss berücksichtigt werden, dass irische Hausärzte nur etwa die Hälfte ihres Einkommens aus dem staatlichen Gesundheitsdienst beziehen. Der Rest besteht aus privaten Einnahmen, die in den obigen Zahlen nicht berücksichtigt sind. Da zudem der irische Staat die Praxisräume oft zur Verfügung stellt und auch Dienstherr des Praxispersonals ist, trägt der irische Hausarzt im Gegensatz zu seinen deutschen Kollegen kaum ein unternehmerisches Risiko. Auch das geliebte Regressverfahren ist in Irland unbekannt . . . Wahr ist, dass das zu erzielende Einkommen nur ein Faktor unter vielen ist, der die Auswahl eines Berufs und des Standorts ihrer Ausübung bestimmt. Wahr ist aber auch, dass eklatante Einkommensgefälle in einem Europa ohne Grenzen zur Auswanderung in die attraktiveren Regionen führen. Die Frage ist nur, ob man diesem Prozess durch Einkommensanpassung prophylaktisch entgegenwirkt oder ob man wartet, bis der Markt die Sache für sich entscheidet.
Prof. Dr. med. Paul Cullen, Kanalstraße 33, 48147 Münster
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