ArchivDeutsches Ärzteblatt9/2007Atemwegsliga: Aktualisierungen in der Pneumologie

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Atemwegsliga: Aktualisierungen in der Pneumologie

Dtsch Arztebl 2007; 104(9): A-594

Bischoff, Angelika

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LNSLNS Neue Erkenntnisse und Bewertungen der Lungenfunktion haben eine Aktualisierung der Empfehlungen der Atemwegsliga zur Spirometrie notwendig gemacht. Diese beschreibt Indikationen und Kontraindikationen für die Durchführung der Spirometrie, charakterisiert anschaulich die einzelnen Messparameter und gibt Hinweise für die Bewertung der spirometrischen Messgrößen bei obstruktiven und restriktiven Ventilationsstörungen. Tipps zur Durchführung und Hygiene bei Lungenfunktionsmessungen sowie eine Empfehlung zur Messung der inspiratorischen Atemmuskelfunktion runden die Neufassung ab.
Die Spirometrie sei eine schnelle, nichtinvasive und preisgünstige Untersuchung zur Messung von Lungenvolumina und Atemstromstärken, betonte Prof. Carl-Peter Criée (Bovenden-Lenglern) in München. Er hob jedoch auch hervor, dass mit ihr zwar ein sehr wichtiger, aber eben nur ein Teil der gesamten Lungenfunktion erfasst wird. Die drei wichtigsten spirometrischen Parameter sind die Vitalkapazität (VC), die inspiratorisch gemessen werden sollte (IVC), die Einsekundenkapazität (FEV1) und die relative Einsekundenkapazität (Tiffeneau-Index), wobei die FEV1 auf die IVC bezogen wird (FEV1/IVC).
Neue Teilaspekte der COPD machen eine Aktualisierung der COPD-Leitlinie der Deutschen Atemwegsliga und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie erforderlich. Wie Prof. Heinrich Worth (Fürth) erläuterte, werden derzeit alle wesentlichen Aspekte der COPD – von der Diagnostik über die Schweregradeinteilung, die medikamentöse und nichtmedikamentöse Therapie bis hin zu den Exazerbationen – überarbeitet.
Die Schweregradeinteilung der COPD wird auf der Grundlage neuerer Erkenntnisse neu strukturiert und die Diagnostik durch die Erfassung des BODE-Index1, der sich als besserer Prädiktor für die Mortalität als der FEV1 eignet, erweitert. Das Stufenschema wurde im Prinzip beibehalten. Lang wirkende Bronchodilatatoren treten jedoch stärker in den Vordergrund, da sie sich im Vergleich zu den kurz wirkenden als bequemer und wirksamer erwiesen haben. Darüber hinaus konnte gezeigt werden, dass die Kombinationstherapie aus lang wirkenden Beta-2-Sympathomimetika und lang wirkenden Anticholinergika effektiver ist als die Monotherapie.
Auch der Einsatz inhalierbarer Steroide wurde neu bewertet und dabei etwas zurückgestuft. Steroide sind erst bei einem FEV1 unter 50 Prozent des Sollwertes und mindestens einer steroid- und/oder antibiotikapflichtigen Exazerbation indiziert. Beim Management von Exazerbationen wurde besonders die Indikation für den Antibiotika-Einsatz und deren Auswahl den neuen wissenschaftlichen Ergebnissen angepasst. Das konsentierte Update der COPD-Leitlinie kann auf der Internetseite der Deutschen Atemwegsliga (www.atemwegsliga.de) eingesehen werden. Dr. med. Angelika Bischoff

Pressekonferenz „Pneumologie aktuell“ der Deutschen Atemwegsliga in München

1 Der BODE-Index ist ein Summenscore, der sich aus Body-Mass-Index, Obstruktionsgrad, Dyspnoegrad und zurückgelegter Entfernung im 6-Minuten-Gehtest zusammensetzt.
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