ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2007Gesprächspsychotherapie: Ministerium beanstandet Ablehnung

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Gesprächspsychotherapie: Ministerium beanstandet Ablehnung

Bühring, Petra

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Foto: Klaus Rose
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Das Bundesgesundheitsministerium hat einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom November 2006 beanstandet. Das Gremium hatte entschieden, dass die Gesprächspsychotherapie (GT) auch künftig nicht als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung angewandt werden kann. Wirksamkeit und Nutzen der Methode seien für die Behandlung der wichtigsten psychischen Erkrankungen, mit Ausnahme der Depression, nicht wissenschaftlich belegt.
Das Ministerium kritisiert vor allem, dass der Bundespsychotherapeutenkammer der Bericht zur Nutzenbewertung der GT nicht zur Verfügung gestellt wurde. Nur „in Kenntnis dieser Informationen hätte die Kammer die Chance gehabt, die vom G-BA daraus abgeleitete Argumentation fachlich zu entkräften“, heißt in der Begründung der Beanstandung vom 15. Februar. Die Vorlage des Nutzenberichts sei auch deshalb notwendig gewesen, weil die Auswertungen des G-BA „zumindest teilweise“ im Widerspruch zu den Bewertungen des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie stehen. Das Ministerium fordert den G-BA nun auf, der Bundespsychotherapeutenkammer den Nutzenbericht zur Verfügung zu stellen und deren Stellungnahme in eine neue Beschlussfassung einzubeziehen.
Der Vorsitzende der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie, Karl-Otto Hentze, erwartet „nicht viel“ von der Beanstandung. Nach dem bisherigen Verlauf des Verfahrens zu urteilen, „gehen wir nicht davon aus, dass der G-BA sein Urteil revidiert“. PB

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