ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2007RANDNOTIZ: Bitte aufhören

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RANDNOTIZ: Bitte aufhören

Dtsch Arztebl 2007; 104(10): A-609 / B-537 / C-517

Spielberg, Petra

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LNSLNS „Lasst es lieber bleiben“, möchte man den Programmverantwortlichen beim WDR-Fernsehen zurufen. Der Beitrag „Streitfall Gesundheit – Was Europa mit uns vorhat“ einer neuen vierteiligen Reihe, in der live im Studio über europapolitische Themen debattiert wird, war jedenfalls ein gewaltiger Schuss in den Ofen; und das auch noch zur besten Sendezeit: montags zwischen 20.15 Uhr und 21 Uhr.
Statt sachlicher Argumente hagelte es bei dem TV-Duell zwischen den Moderatoren Anne Gesthuysen und Sven Lorig, die als Anwälte pro und kontra Einmischung der EU in die nationale Gesundheitspolitik auftraten, Klischees: Ärzte und deren Interessenvertreter waren mal wieder die bösen Buben, denen es nur ums Geld geht und nicht um die Patienten; und die „Brüsseler Apparatschiks“ haben angeblich nichts anderes im Sinn, als der Billigmedizin nach dem Motto „ab zur Hüft-OP nach Litauen“ zum Durchbruch zu verhelfen.
Lieber Kölner Sender: Warum diese plumpe Schwarz-Weiß-Malerei? Und warum durften die Gesprächspartner, der Allgemeinarzt Martin Grauduszus und der CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz, nicht mal ausreden? Sie hätten vielleicht zu einer objektiveren Meinungsbildung beitragen können.
Frei reden, argumentieren, dem Gegenüber zuhören und auf ihn eingehen, das ist das Motto der englischen Debattierclubs, mit denen sich Gesthuysen und Lorig nach eigenem Bekunden messen wollen. Stattdessen bewegte sich ihr verbaler Schlagabtausch maximal auf Stammtischniveau. Der europapolitischen Realität wird ein solches Sendeformat jedenfalls nicht gerecht. Gut, dass nach vier Sendungen erst einmal Schluss ist.
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