ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2007Telematik: Aufruf zum Boykott der Gesundheitskarte

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Telematik: Aufruf zum Boykott der Gesundheitskarte

Krüger-Brand, Heike E.

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Foto: Keystone
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In Teilen der Ärzteschaft wächst der Widerstand gegen die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). So hat der NAV-Virchow-Bund eine Mitarbeit der niedergelassenen Ärzte bei der Einführung der Karte abgelehnt und seine Mitglieder sowie die Ärzte in den Testregionen zum Boykott aufgerufen. Weder die unkalkulierbare Kostenentwicklung noch die fehlende Datensicherheit erlaubten es den Ärzten, ruhigen Gewissens an der Einführung dieser Form einer elektronischen Gesundheitskarte teilzunehmen, begründete der Bundesvorsitzende, Dr. med. Klaus Bittmann, die Ablehnung.
Der Landesverband Baden-Württemberg des NAV-Virchow-Bundes hat die dortige Landesärztekammer und die Kassenärztliche Vereinigung aufgefordert, die Verträge mit der gematik, der Betreibergesellschaft der Gesundheitskarte, zu kündigen. Ähnlich kritisch haben sich auch die Ärzte der Arbeitsgemeinschaft MEDI Heilbronn geäußert. Sie wollen bis Ende März über einen Boykott der Testphase entscheiden. Heilbronn ist eine der sieben Testregionen der eGK mit je 10 000 Teilnehmern, in der zurzeit die Kartenausgabe vorbereitet wird.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung und auch der Hartmannbund schließen sich der Boykottforderung nicht an, sondern wollen die Telematikprozesse mitgestalten. Die Einstellung zu den Testmaßnahmen sei „nicht boykottierend, sondern kritisch begleitend“, so eine Sprecherin des Hartmannbundes. Erst die Tests könnten Aufschluss über Kosten und Nutzen der Gesundheitskarte bringen. KBr

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