ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2007Inanspruchnahme stationärer Krankenhausleistungen durch Pflegeheimbewohner: Mehr Engagement unrealistisch

MEDIZIN: Diskussion

Inanspruchnahme stationärer Krankenhausleistungen durch Pflegeheimbewohner: Mehr Engagement unrealistisch

Dtsch Arztebl 2007; 104(10): A-662 / B-584 / C-560

Fischer, Henning

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LNSLNS Die Autoren zeigen in dem Artikel die Verhältnisse und Probleme in deutschen Pflegeheimen leider nur unzureichend auf:
Da die ärztliche Tätigkeit in Heimen finanziell völlig unattraktiv ist, müssen Besuche mit straffer Organisation erfolgen (Tageszeit, Ablauf). Das scheitert oft an fehlender Kooperation der Heime. Weiterhin wird die Arbeit dadurch erschwert, dass es keine Parkmöglichkeit gibt und nirgendwo Untersuchungszimmer oder Therapieräume zur Verfügung stehen. Meistens sind die Patienten für eine ärztliche Untersuchung nicht vorbereitet (zum Beispiel entkleidet) trotz Voranmeldung.
Das Pflegepersonal kontaktiert regelmäßig die Praxen in nervenaufreibender Weise und meldet alles, was es für auffällig hält, um ja nicht belangt werden zu können. Oft werden aus unerfindlichen Gründen die Vertretungsärzte am frühen Abend nicht lange nach Praxisschluss des Hausarztes in Anspruch genommen (Schichtwechsel?). Dem Vertreter bleibt wegen Unkenntnis des Falls oft nur die Einweisung übrig. Unter den derzeitigen Bedingungen eine noch umfassendere Bereitschaft des einzelnen Hausarztes zu fordern ist allerdings völlig unrealistisch und nicht zumutbar.
Wenn man etwas verbessern will (was dringend nötig wäre), dann müsste wenigstens
- in den Heimen Organisation, Qualifikation und Kooperation erheblich verbessert werden (wie?, Aufsicht?)
- die Arbeit in Heimen für Kassenärzte attraktiver werden (meines Erachtens durchaus auch mit Verträgen für „Heimärzte“ )
- die Tätigkeit für Ärzte erleichtert werden (zum Beispiel Vorschriften für Parkmöglichkeiten, Untersuchungs- und Behandlungsräume, vielleicht Vorhalten bestimmter Hilfsmittel wie Verbandmaterial und so weiter).

Dr. med. Henning Fischer
Facharzt für Allgemeinmedizin
Scharnhorststraße 25
32052 Herford
E-Mail: HF.HF@t-online.de

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.

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