ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2007PKV-Zusatzversicherungen für GKV-Mitglieder: Ein gutes Geschäft

POLITIK

PKV-Zusatzversicherungen für GKV-Mitglieder: Ein gutes Geschäft

PP 6, Ausgabe März 2007, Seite 111

Rieser, Sabine

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LNSLNS Kassen wie Krankenversicherer fürchten derzeit ums Geschäft. Doch bei Zusatzpolicen sind sie optimistisch.

Hier die gesetzlichen Krankenkassen, dort die privaten Krankenversicherer – so wird es meist wahrgenommen. Doch seit 2004 hat sich ein gemeinsames Geschäftsfeld entwickelt, das von beiden Seiten wohlwollend betrachtet wird: private Zusatzversicherungen für Mitglieder der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung (GKV).
So hat beispielsweise die Techniker Krankenkasse (TK), damals in Kooperation mit der AMB Generali Gruppe, den eigenständigen Versicherungsbetrieb Envivas gegründet. Dort bieten 40 Mitarbeiter Policen an, mit denen sich Zuschüsse beim Zahnersatz, Krankenhaustagegeld oder ambulante Zusatzleistungen absichern lassen. Rund 300 000 Verträge wurden unterzeichnet. Das berichtete TK-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Norbert Klusen bei der Euroforum-Konferenz „Weichenstellung für die Zukunft der PKV“ Anfang Februar in Berlin.
Zufrieden ist auch die private HanseMerkur, die beim Zusatzgeschäft unter anderem mit der DAK kooperiert. Allein 550 000 DAK-Versicherte seien bereits für einen privaten Zusatzschutz gewonnen, berichtete HanseMerkur-Vorstandsmitglied Dr. Andreas Gent. Und dass man selbst mit dem ausschließlichen Verkauf von Krankenzusatz- und nicht auch Vollversicherungen Erfolg haben kann, beweist KarstadtQuelle Versicherungen. Im Jahr 2006 hätten die KarstadtQuelle Versicherungen etwa eine halbe Million Ergänzungsversicherungen zur GKV verkauft – dabei handele es sich in erster Linie um Zahnersatzversicherungen –, erläuterte Steffen Schording, Leiter Neukundenmarketing.
Noch sei keine Marktsättigung in Sicht, sagen alle drei. Im Gegenteil: Nur jedes zweite GKV-Mitglied wisse, dass seine Kasse Zusatzversicherungen anbietet, betonte Gent mit Hinweis auf Befragungsergebnisse des Wissenschaftlichen Instituts der Ortskrankenkassen. Fast jeder zweite Versicherte ist andererseits an einer Zusatzpolice über seine Kasse interessiert. Rund 45 Prozent der Kunden, die eine Zusatzversicherung lieber via GKV abschließen würden, nennen als Begründung „alles aus einer Hand“ sowie „Sicherheit und Vertrauen“.
Gerade die Debatten angesichts der angekündigten Reform der sozialen Pflegeversicherung werden das Geschäft beleben, ist Gent überzeugt. Dass der Markt sowieso positive Überraschungen bereithält, stellte auch Klusen fest. Dem TK-Tarif Vital 60plus, der ambulante Zusatzleistungen für Senioren vorsieht, räumte er wenig Chancen ein – nun zeigt sich das Gegenteil.
Sabine Rieser


GKV plus

Der Rahmen für Zusatzverträge
Seit Ende 2003 darf die Satzung einer Krankenkasse gemäß § 194 SGB V eine Bestimmung enthalten, nach der sie „den Abschluss privater Zusatzversicherungsverträge zwischen ihren Versicherten und privaten Kran­ken­ver­siche­rungsunternehmen vermitteln kann“. Gegenstand „können insbesondere die Wahlarztbehandlung im Krankenhaus, der Ein- oder Zweibettzuschlag sowie eine Auslandsreisekrankenversicherung sein“.
Längst sind mehr Angebote auf dem Markt, beispielsweise solche, die Zuschüsse bei Zahnersatz oder ambulante Zusatzleistungen umfassen. Im PKV-Jahresbericht 2005/2006 sind rund 17 Millionen Zusatzversicherungen ausgewiesen. Rie
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