ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2007Angst vor Zahnbehandlung: Entspannungsverfahren und Restrukturierung gleich wirksam

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Angst vor Zahnbehandlung: Entspannungsverfahren und Restrukturierung gleich wirksam

PP 6, Ausgabe März 2007, Seite 130

MS

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LNSLNS Psychologen der Universität Göteborg haben zwei Verfahren zur Reduktion von Zahnbehandlungsangst geprüft. An der Untersuchung nahmen 94 weibliche und 33 männliche Personen teil, die von übergroßer Angst vor Zahnbehandlung betroffen waren, aber eine Zahnbehandlung benötigten. Die Wissenschaftler zeigten den Teilnehmern kurze Videosequenzen mit neutralen Situationen (zum Beispiel Menschen im Parkhaus) und Angst auslösenden Situationen (zum Beispiel laufender Zahnarztbohrer). Gleichzeitig ermittelten sie Herzrate, Muskelspannung und Hautwiderstand der Teilnehmer. Anschließend erlernte die eine Hälfte der Teilnehmer ein Entspannungsverfahren (Progressive Muskelrelaxation), die andere Hälfte wurde in kognitiven Techniken wie Restrukturierung unterwiesen. Dann sahen sich die Teilnehmer die Videosequenzen nochmals an. „Es zeigte sich anhand der verminderten physiologischen Messwerte, dass beide Gruppen gelernt hatten, mit ihrer Angst vor Zahnbehandlungen umzugehen“, berichten die Forscher. Gestützt wurde dieser Befund durch die Selbstberichte der Teilnehmer, wonach sie weniger Furcht vor einem Zahnarztbesuch empfanden. Auch andere Symptome wie etwa leichte Depressionen waren durch die Therapien zurückgegangen. Für den Therapieerfolg spielte es keine Rolle, ob die Betroffenen ihre Angst vor Zahnbehandlungen durch Konditionierung oder indirekte Lernprozesse erworben hatten. Auch individuelle physiologische Unterschiede waren hierfür nicht ausschlaggebend. ms

Lundgren J, Carlsson S, Berggren U: Relaxation versus cognitive therapies for dental fear – a psychophysiological approach. Health Psychology 2006; 3: 267–73.

Jesper Lundgren, Göteborg University, Department of Psychology, Box 500, S-40530 Göteborg (Sweden), E-Mail: jesper.lundgren@psy.gu.se
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