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LNSLNS Am Hofe des Karolingerkönigs Pipin war es, wo das schreckliche Unglück geschah: Zwei Edelknaben saßen beim Schachspiel. Der eine war der Sohn des Königs, der andere Spieler war Rochus, der Sohn Otkars, eines Fürsten aus bayerischem Geschlecht.
Diese beiden Jünglinge gerieten bei ihrem Spiel in Streit, der immer heftiger wurde. Schließlich zog der Königssohn in höchster Erregung seinen Dolch und stieß ihn Rochus in die Brust. Dieser verblutete auf der Stelle. Die zufällig Anwesenden hielten das furchtbare Geschehen geheim, bis König Pipin, der die Rache des einflußreichen Bayerngeschlechtes fürchtete, die Großen seines Reiches zusammenrief - darunter auch den noch ahnungslosen Otkar - und ihnen eine listige Frage stellte: "Sagt mir, wie soll man einem Übel begegnen, dem man auf keine Weise abhelfen kann?" Alle, auch Otkar, kamen zu dem Schluß: "Ein solches Übel muß man mit Gleichmut ertragen." Jetzt erst berichtete der König den schrecklichen Vorfall. Der unglückliche Vater entsagte allen Rachegedanken und zog sich mit seinem Bruder Adalbert auf seine Besitzungen zurück. In der Einsamkeit der Tegernseer Berge kamen sie zu dem Entschluß, hier ein Kloster zu gründen, am Ufer des Sees. Die aus St. Gallen herbeigerufenen Benediktinermönche bauten das Kloster, das sich in den folgenden Jahrhunderten zu einem der bedeutendsten Zentren für Kunst und Kultur, Wissenschaft und Handel entwickelte. Das hier entstandene Handelszentrum wurde von Fuhrleuten und Kaufherren "Bei den Mönchen" und schließlich "München" genannt.
Das Kloster Tegernsee und sein "Vorort" München - eine Konsequenz aus einem Schachmord!
Ergänzung von H. Pfleger: Dies ist nicht der einzige aus dem Mittelalter überlieferte "Schachmord", wobei im nachhinein oft schwer zu sagen ist, wieweit sich Legendenbildung ins Dunkle der Vergangenheit verwoben hat. Keinem Zweifel unterliegt indes die folgende Gewalttat gegen den weißen König aus dem Jahre 1988 und das Schicksal des Führers der weißen Steine, des französischen Internationalen Meisters Gilles Andruet, der im August 1995 erschlagen wurde. Allerdings nicht beim Schachspiel, sondern wohl als Folge seiner Leidenschaft für Pariser Spielhöllen. Sehen Sie, mit welch herrlicher (Opfer-)Kombination Ex-Weltmeister Boris Spassky als Schwarzer am Zug den weißen König Andruets in wenigen Zügen unweigerlich matt setzte?


Lösung:
Nach dem herrlichen Damenopfer 1. ...Df3! gab Weiß bereits auf. Wegen der Drohung Dxg2 matt ist die Annahme mit 2. gxf3 erzwungen, doch nun ist nach 2. ...Se5xf3+ 3. Kh1 Lh3 gegen das folgende Matt durch Lg2+ kein Kraut gewachsen.
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