ArchivDeutsches Ärzteblatt11/20073 Fragen an… Dr. med. Gerald Burgard, Chefarzt für Anästhesie am Helios-Klinikum Erfurt

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3 Fragen an… Dr. med. Gerald Burgard, Chefarzt für Anästhesie am Helios-Klinikum Erfurt

Dtsch Arztebl 2007; 104(11): A-696 / B-614 / C-590

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DÄ: Herr Dr. Burgard, hat Helios das MAfA-Konzept auf den Weg gebracht, um Kosten zu sparen?
Burgard: Nein. Helios hat ganz im Gegenteil in die Ausbildung investiert, um zu erreichen, dass das Know-how in den Operationssälen steigt. Das heißt: Wir haben ein Qualifizierungsprogramm für Anästhesiefachpflegekräfte, das MAfA-Konzept, auf den Weg gebracht, um die Ausbildung unserer Krankenpflegekräfte zu verbessern und damit die Qualität der Patientenbetreuung während der Narkose insgesamt zu erhöhen.

DÄ: Hat der Konzern die Brisanz des Themas unterschätzt?
Burgard: Wir fühlen uns in der momentan geführten Diskussion missverstanden, denn das MAfA-Konzept hat nicht zum Ziel, geltende Richtlinien der Fachgesellschaften zu missachten. Möglicherweise haben wir selbst zu Missverständnissen Anlass gegeben, indem wir nicht deutlich genug herausgestellt haben, dass der MAfA ein Qualifizierungsprogramm für Anästhesiepflegekräfte ist und eben kein neues Berufsbild, das die bestehende ärztliche Verantwortung aufweicht. Helios hat zur Bekräftigung seiner Position und zur Klarstellung, dass die MAfAs an den Kliniken auf der Linie der Fachgesellschaften agieren und damit also keine ärztlichen Tätigkeiten übernehmen, aktuell eine Konzernregelung an seine Chefärzte verschickt. Die Ärzte sind auf diese Weise noch einmal angeleitet, dass sie den MAfA innerhalb des durch den Berufsverband Deutscher Anästhesisten und der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin vorgegebenen Rahmens einsetzen und nicht darüber hinaus.
DÄ: Helios hat demnach auf die massive Kritik der Fachgesellschaften reagiert?
Burgard: Der zentrale Vorwurf der Verbände, Helios wolle durch MAfAs Kosten und Ärzte sparen, ist falsch. Er widerspricht den klaren und nachprüfbaren Festlegungen im Konzern. Das MAfA-Konzept ließ es bisher in Einzelfällen zu, dass in unkritischen Phasen der Narkose die Überwachung der Narkose unter Verantwortung eines Arztes einem speziell qualifizierten Anästhesiefachpfleger übertragen wird. In diesem Punkt haben die Fachgesellschaften und nunmehr auch die Kammern Bedenken geäußert. Wir haben uns daher entschlossen, diesen Bedenken in vollem Umfang Rechnung zu tragen, und dies verbindlich mit einer Konzernregelung, die auch in Erfurt zur Anwendung kommt, umgesetzt.
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