ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2007Schmerztherapie bei unheilbar Kranken – zu Hause

MEDIEN

Schmerztherapie bei unheilbar Kranken – zu Hause

Dtsch Arztebl 2007; 104(11): A-715 / C-605

Aulitzky, Walter; Schlunk, Thomas; Stumm, Rolf; Seiter, Hubert; Wohland-Braun, Birgit

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Palliativmedizin: Sorgfältige Details
Eine erfolgreiche Schmerzkontrolle ist ein wichtiges Ziel guter palliativer Praxis in der häuslichen Versorgung Schwerkranker und Sterbender. Dies erfordert fundierte Kenntnisse und Erfahrungen bei den Behandelnden in dieser wichtigen Phase am Lebensende. Die Schulung und Unterweisung von Pflegediensten, Haus- und Fachärzten, Sozialdiensten sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern aus der Hospizbewegung über die wesentlichen Prinzipien der Tumorschmerztherapie gehört daher zu den regelmäßigen Aufgaben palliativmedizinisch Tätiger. Eine lebendige und motivierende didaktische Praxis unterstützt dabei den Lernerfolg deutlich.
In Zusammenarbeit mit dem Krebsverband Baden-Württemberg ist eine empfehlenswerte Fortbildungs-DVD zum Thema Tumorschmerztherapie in der häuslichen Palliativversorgung entstanden. In drei Filmmodulen zu je zehn bis 15 Minuten Dauer werden an konkreten Patientenbeispielen die wesentlichen Aspekte der oralen Tumorschmerztherapie, des Einsatzes transdermaler Systeme sowie der parenteralen Tumorschmerztherapie anschaulich und filmisch attraktiv aufbereitet. Eine Begleitbroschüre zum vertieften Nachlesen mit weitergehenden Literaturhinweisen ist beigefügt.
Der Filmautor, der mit dem Tübinger Projekt „Häusliche Betreuung Schwerkranker“ seit 15 Jahren über eine ausgewiesene Expertise in der ambulanten Palliativversorgung verfügt, hat viel Sorgfalt auf die Einzelheiten in den Filmmodulen gelegt. Das korrekte therapeutische Vorgehen bei einer oralen medikamentösen Schmerztherapie wird detailliert dargestellt.
Auf die Methodik einer schrittweisen Dosiseskalation der Opioide, die Möglichkeit eines Opioidwechsels sowie die Behandlung aufgesetzter Schmerzattacken (Durchbruchsschmerzen) wird eingegangen.
Im zweiten Modul wird die Wirkweise transdermaler Schmerztherapiesysteme vorgestellt und aufgezeigt, wann diese eine sinnvolle Alternative zu einer oralen Tumorschmerzmedikation sein können. Im dritten Modul wird eine parenterale Tumorschmerztherapie in der Form einer subkutanen Opioidgabe mithilfe einer tragbaren Pumpe vorgeführt. Der dabei vorgestellte – bewusst einfache – Pumpentyp wie auch die Hinweise zu Medikamentenmischungen spiegeln die langjährige Erfahrung des Autors in der ambulanten Palliativversorgung wider.
Ich habe die Fortbildungs-DVD „Schmerztherapie bei unheilbar Kranken – zu Hause“ mehrfach im Unterricht bei Medizinstudenten, bei Pflegekräften und auch bei ehrenamtlichen Hospizhelfern eingesetzt und sie dabei schätzen gelernt. Sie gibt eine anregende didaktische Unterstützung, um die Themen anschaulich zu vermitteln. Der Erwerb kann allen empfohlen werden, die ein interessantes Medium zum Thema Tumorschmerztherapie für Fortbildungszwecke oder das Selbststudium suchen. Den uneingeschränkt positiven Eindruck des Rezensenten teilt auch die Gesellschaft für Pädagogik und Information e.V. (Berlin). Sie hat das Werk mit dem Comenius EduMedia Siegel 2006 ausgezeichnet, das alljährlich für hervorragende didaktische Multimedia-Produktionen verliehen wird. Gerhard Hege-Scheuing

Walter Aulitzky, Thomas Schlunk, Rolf Stumm, Hubert Seiter, Birgit Wohland-Braun: Schmerztherapie bei unheilbar Kranken – zu Hause. Herausgegeben vom Krebsverband Baden-Württemberg e.V., STUMM-FILM, Dr. Rolf Stumm Medien, Ludwigsburg, 2006, DVD, mit Begleitbroschüre, 52 Seiten, 49,50 €
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