ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2007Harnblasenkarzinom – Auftakt zur Artikel-Serie

MEDIZIN: Editorial

Harnblasenkarzinom – Auftakt zur Artikel-Serie

Bladder Cancer – a Series of Articles in Deutsches Ärzteblatt

Dtsch Arztebl 2007; 104(11): A-718 / B-632 / C-608

Rübben, Herbert

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LNSLNS Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 15 000 Menschen an einem Harnblasenkarzinom, weltweit sind es 260 000 Menschen. Die Prävalenz beträgt 1 000 000 in einem 5-Jahres-Zeitraum. Männer sind zweimal so häufig betroffen wie Frauen. Laut WHO verstarben im Jahr 2000 weltweit 132 432 Personen an einem Harnblasenkarzinom.
Die Kausalität zwischen Kanzerogenexposition und Entstehung des Harnblasenkarzinoms ist gut untersucht. Über die Identifizierung tumorauslösender Noxen besteht die Möglichkeit zur Prävention, zumal dies durch die Änderung der Lebensgewohnheiten oder Änderung und Verbesserung des beruflichen Umfelds möglich ist.
Tumorcharakterisierung entscheidet über Behandlungsweg
95 % aller Tumoren der Harnblase sind Urothelkarzinome. 80 % dieser Karzinome sind bei Erstdiagnose nicht invasiv, 10 bis 15 % entwickeln im weiteren klinischen Verlauf ein muskelinvasives Wachstum. Hinsichtlich der Tumorbiologie und des daraus resultierenden Progressionsrisikos werden Harnblasenkarzinome in „low grade“-Tumoren mit niedrigem Progressionsrisiko und „high grade“-Tumoren mit hoher Progressionswahrscheinlichkeit unterteilt. Hierzu dient nicht ausschließlich das histologische Bild, sondern zusätzliche immunhistochemische und genetische Analysen sind notwendig.
Diese Tumorcharakterisierung ist entscheidend für den therapeutischen Weg, wobei generell risikoadaptiert zwischen einem Organerhalt, gegebenenfalls mit einer zusätzlichen Chemo- oder Immuntherapie und ablativen Verfahren mit Harnableitung differenziert wird.
Therapieoptionen
Neben der operativen Behandlung ist bei Patienten, die für eine Harnableitung nicht infrage kommen, die kombinierte Radio- und Chemotherapie eine Therapieoption. Im Falle einer metastasierten Erkrankung besteht das Behandlungskonzept aus einer Chemotherapie, wobei eine Kombination aus Gemcitabin und Cisplatin derzeit die standardmäßigen Kombinationspartner sind.
Die Serie zum Harnblasenkarzinom, die mit dem Beitrag „Ätiologie und Prävention des Harnblasenkarzinoms“ von Klaus Golka et al. in dieser Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes ihren Auftakt nimmt, ist auf insgesamt sechs Teile projektiert. Sie gibt einen Überblick über die Ätiologie, Diagnostik und Therapie des nichtinvasiven, des invasiven und des metastasierten Harnblasenkarzinoms.

Interessenkonflikt
Der Autor erklärt, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien der International Committee of Medical Journal Editors besteht.

Manuskriptdaten
eingereicht: 1. 3. 2007, angenommen: 1. 3. 2007

Bladder cancer – a series of articles in Deutsches Ärzteblatt
Dtsch Arztebl 2007; 104(11): A 718.

Anschrift des Verfassers
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Herbert Rübben
Urologische Klinik und Poliklinik
Medizinische Einrichtungen der Universität, GHS Essen
Hufelandstraße 55, 45122 Essen
E-Mail: herbert.ruebben@uk-essen.de

The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt.de/english
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