ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2007Zertifizierte medizinische Fortbildung – Leitsymptom Juckreiz: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Zertifizierte medizinische Fortbildung – Leitsymptom Juckreiz: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2007; 104(11): A-730 / B-644 / C-620

Beuers, Ulrich

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LNSLNS Wir danken den Kolleginnen Frau PD Dr. Ständer und Frau Dr. Weisshaar für ihre Anmerkungen zur zertifizierten medizinischen Fortbildung „Leitsymptom Juckreiz“. Ziel unseres Beitrages war es, einen „Überblick über die wichtigsten Formen des mit systemischen Erkrankungen einhergehenden Pruritus und ihrer Behandlungsmöglichkeiten“ zu vermitteln. Folglich wurden dermatologische Aspekte, die in anderen Übersichten hochkompetent behandelt wurden (13), weitgehend ausgespart. Zur Abgrenzung von Pruritus bei Dermatosen haben wir den Begriff „Pruritus sine materia“ benutzt, den wir dahingehend eingeschränkt haben, dass Pruritus auch Initialsymptom einer Dermatose ohne anfangs typische Hauteffloreszenzen sein kann. Wir stimmen den Kolleginnen völlig zu, dass dieser Begriff deshalb irreführend sein kann und daher in der zwischenzeitlich erschienenen und oben zitierten Leitlinie zum diagnostischen und therapeutischen Vorgehen bei chronischem Pruritus zu Recht nicht mehr Berücksichtigung findet.
Wir unterstützen nachdrücklich aufgrund der pathogenetischen Vielschichtigkeit des Symptoms Juckreiz und des teilweise kaum erträglichen Leidensdrucks der betroffenen Patienten ein interdisziplinäres diagnostisches und therapeutisches Vorgehen zur Betreuung von Patienten mit Pruritus und haben in unserem Beitrag tabellarisch neben dermatologischen und internistischen unter anderem auch auf psychiatrische Krankheitsbilder als Ursache eines unklaren Juckreizes hingewiesen. Eine weit stärkere interdisziplinäre Anstrengung wäre in Zukunft wünschenswert, um die Pathogenese des Pruritus besser zu verstehen und Behandlungsansätze für Patienten mit chronischem Juckreiz unterschiedlicher Genese zu optimieren. Dem Appell zu fachübergreifendem Denken und Handeln schließen wir uns daher mit größtem Nachdruck an.


Prof. Dr. med. Ulrich Beuers
Medizinische Klinik und Poliklinik II
Klinikum Großhadern der LMU
Marchioninistraße 15, 81377 München
E-Mail: beuers@med.uni-muenchen.de

Interessenkonflikt
Die Autoren aller Diskussionsbeiträge erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Ikoma A, Steinhoff M, Ständer S, Yosipovitch G, Schmelz A: The neurobiology of itch. Nat Rev Neurosci 2006; 7: 535–47. MEDLINE
2.
Ständer S, Steinhoff M, Schmelz M, Weisshaar E, Metze D, Luger T: Neurophysiology of pruritus: cutaneous elicitation of itch. Arch Dermatol 2003; 139: 1463–70. MEDLINE
3.
Ständer S, Weisshaar E: Chronischer Pruritus – eine interdisziplinäre, diagnostische und therapeutische Herausforderung. Dtsch Arztebl 2005; 102(44): A 3026–33. VOLLTEXT
1. Ikoma A, Steinhoff M, Ständer S, Yosipovitch G, Schmelz A: The neurobiology of itch. Nat Rev Neurosci 2006; 7: 535–47. MEDLINE
2. Ständer S, Steinhoff M, Schmelz M, Weisshaar E, Metze D, Luger T: Neurophysiology of pruritus: cutaneous elicitation of itch. Arch Dermatol 2003; 139: 1463–70. MEDLINE
3. Ständer S, Weisshaar E: Chronischer Pruritus – eine interdisziplinäre, diagnostische und therapeutische Herausforderung. Dtsch Arztebl 2005; 102(44): A 3026–33. VOLLTEXT

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