ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2007Klinikpsychiatrie unter ökonomischem Druck: Verweildauer hinterfragen
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LNSLNS Die Autoren folgern aus der Datenlage, die besagt, dass sich mit Verkürzung der Aufenthaltsdauer pro Aufenthalt die kumulierte Verweildauer pro Patient und pro Jahr nicht ändert, dass eine weitere Verkürzung der Verweildauer nicht sinnvoll sei. Dabei übersehen die Autoren den Grundsatz „wenn ein Bett vorhanden ist, wird es auch gefüllt“. Ein Blick in andere Länder mit vergleichbarem Lebensstandard zeigt, dass eine qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung auch mit einem Bruchteil der psychiatrischen und sogenannten psychosomatischen Betten in Akut- und Reha-Kliniken möglich ist. Und dies ist sogar ökonomisch sinnvoller, denn die meisten psychisch Kranken benötigen nicht die „Hotelleistungen“ einer vollstationären Psychiatrie oder Psychosomatik. Stationäre Rundumversorgung des Patienten ist sogar in den meisten Fällen kontraproduktiv, weil es zum Verlust von Kompetenzen in der Alltagsbewältigung führt. Es wäre eine interessante Studie wert, zu untersuchen, ob die Zunahme der Frühberentung wegen psychischer Störungen im Zusammenhang mit dem erleichterten Zugang in die Psychiatrie und der Zunahme psychosomatischer Betten steht.

Dr. Holger Schmidt-Endres
Bezirkskrankenhaus Landshut
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik
Prof.-Buchner-Straße 22
84034 Landshut

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