ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2007Differenzialdiagnose der akuten und subakuten nichttraumatischen Querschnittslähmungen: Hyperbare Oxygenierung rasch einleiten

MEDIZIN: Diskussion

Differenzialdiagnose der akuten und subakuten nichttraumatischen Querschnittslähmungen: Hyperbare Oxygenierung rasch einleiten

Dtsch Arztebl 2007; 104(11): A-734 / B-648 / C-624

Sümmer, Hellmuth

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LNSLNS In dem oben genannten Artikel erwähnen Sie erfreulicherweise sowohl im Kasten zur Differenzialdiagnostik als auch im Text die Dekompressionserkrankung als eine der möglichen Ursachen des akuten Querschnittssyndroms. Leider ist diese differenzialdiagnostische Erwägung nicht immer gegeben, weil Dekompressionserkrankungen im Klinikalltag selten vorkommen. Trotzdem ist hierbei auch rasches Handeln notwendig. Leider schreiben Sie im Text dazu nur: „Das dadurch hervorgerufene Querschnittssyndrom ist nicht immer reversibel [...].“
Wenn die Dekompressionskrankheit rasch durch eine hyperbare Oxygenierung behandelt wird, wäre sie in den meisten Fällen in hohem Maß oder sogar vollständig reversibel. Dies geschieht jedoch leider aus der Klinik heraus entweder nicht oder zu spät. Weil in vielen Fällen nicht sofort eine Druckkammerbehandlung eingeleitet wird, ist sie nicht so häufig vollständig reversibel. Die rasch durchgeführte hyperbare Oxygenierung, in den meisten Fällen ambulant durchführbar, ist weltweit der Goldstandard (1, 2). Wenn in der Klinik nach bekannt werden eines Tauchgangs als Ursache des Querschnittssyndroms die Diagnostik rasch durchgeführt wird und eine Notfallmeldung über das Schifffahrtsmedizinische Institut der Bundesmarine (0431/54090), über Divers Alert Network (0039/(0) 85 89 30 333), über die Hotline des Verbands Deutscher Sporttaucher (0049/(0)–180 33 22 105) oder die Versicherungshotline des Tauchers weitergegeben wird, können rasch erreichbare Druckkammern herausgefunden und der Patient dorthin verlegt werden. Dies führt in einem höheren Maße zu einem befriedigenden Behandlungsergebnis mit unter Umständen vollständiger Reversibilität, als durch „verschärftes Zuwarten“, wie öfters praktiziert. Schwenkreis et al. schreiben ganz zu recht im Fazit, dass eine notfallmäßige Diagnostik erforderlich ist, um eine rasche Therapie einleiten zu können. Dies gilt nicht nur für eine neurochirurgische Therapie, sondern gleichermaßen für die hyperbare Sauerstofftherapie. Hierzu fehlt leider in der Grafik der entsprechende Hinweis.


Dr. med. Hellmuth Sümmer
Druckkammerzentrum Freiburg GmbH
Habsburgerstraße 116, 79104 Freiburg
E-Mail: hs@hbo-freiburg.de

Interessenkonflikt
Der Autor ist leitender Arzt des Druckkammerzentrums Freiburg, Zentrum für Tauch- und Überdruckmedizin und somit Angestellter dieser Einrichtung.
1.
Muth CM, Shank ES, Larsen B: Severe diving accidents: physiopathology, symptoms, therapy. Anaesthesist; 2000; 49; 302–16.
2.
Hiller B; Sofortmaßnahmen beim Tauchunfall. Notfallmedizin 1998; 24; 346–51.
1. Muth CM, Shank ES, Larsen B: Severe diving accidents: physiopathology, symptoms, therapy. Anaesthesist; 2000; 49; 302–16.
2. Hiller B; Sofortmaßnahmen beim Tauchunfall. Notfallmedizin 1998; 24; 346–51.

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