ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2007Christiane Fischer: Mein Essen zahl ich selbst

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Christiane Fischer: Mein Essen zahl ich selbst

Dtsch Arztebl 2007; 104(11): A-736 / B-650 / C-626

Hibbeler, Birgit

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Foto: privat
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Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn Arzneimittelhersteller das Buffet auf Fortbildungsveranstaltungen bezahlen oder Ärztinnen und Ärzte zu Vorträgen in Fünfsternehotels einladen. Wie selbstverständlich werben Pharmavertreter in Praxen und Kliniken für ihre Produkte. Diesen „Normalitäten“ hat Dr. med. Christiane Fischer (40) den Kampf angesagt. Als Vorstandsmitglied der neu gegründeten Initiative MEZIS („Mein Essen zahl ich selbst“) ist ihr Ziel: Das Verordnungsverhalten soll sich einzig und allein am Patientenwohl orientieren.
„Es ist nicht das Grundrecht des Pharmavertreters, eine Arztpraxis zu betreten“, sagt Fischer. Sie will den Werbeanstrengungen der Arzneimittelindustrie etwas entgegensetzen. „Werbung hat nichts mit Information zu tun“, stellt sie klar. In Anwendungsbeobachtungen sieht Fischer ebenfalls eine Beeinflussung. Außerdem plädiert sie dafür, Fortbildungspunkte sollten Ärzte nur bei Veranstaltungen erwerben können, die pharmaunabhängig seien. „Es gibt die Möglichkeit, unbestechlich zu agieren“, glaubt sie.
An MEZIS sind unter anderem Transparency International Deutschland und die BUKO-Pharmakampagne beteiligt, in der sich Fischer seit fast zehn Jahren engagiert. Auch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns ist Gründungsmitglied bei MEZIS. Die Initiative hat bereits eine Internetplattform aufgebaut (www.mezis.de) und wird einen Kodex für Ärzte erarbeiten, die auf Zuwendungen von Firmen verzichten wollen. Birgit Hibbeler
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