ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2007Kulturkalender: „Der Erde näher als den Sternen“

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Kulturkalender: „Der Erde näher als den Sternen“

Dtsch Arztebl 2007; 104(11): A-739

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LNSLNS Alle vier Wochen stellt das Deutsche Ärzteblatt eine Auswahl von herausragenden Ausstellungen vor, die Sie nicht verpassen sollten.

BERLIN
bis 28. Mai:
Tibet – Klöster öffnen ihre Schatzkammern
Weltweit zum ersten Mal werden Kunstwerke aus den Schatzkammern tibetischer Klöster und aus den Residenzen der Dalai Lamas und des Tibet Museums in Lhasa gezeigt. Viele dieser Gemälde, Schreine und Buddha-Figuren aus der Zeit vom 5. bis zum frühen 20. Jahrhundert haben Tibet noch nie zuvor verlassen, da sie bis heute als Ritual- und Kultobjekte dienen. Die Ausstellung ist in fünf Themenschwerpunkte gegliedert: Porträtplastiken von Meistern der Sakya-Schule; Gottheiten und Lehrmeister des tibetischen Buddhismus; Mandalas; Ansichten und persönliche Gegenstände religiöser Herrscher und – last but not least – die tibetische Heilkunde.
Museum für Asiatische Kunst, Lans-straße 8, Berlin-Dahlem, Di.–Fr. 10–18,
Sa.–So. 11–18 Uhr

Foto: Bucerius Kunst Forum
Foto: Bucerius Kunst Forum
HAMBURG
bis 28. Mai:
Neue Welt. Die Erfindung der Amerikanischen Malerei
Während die jüngere Kunst der USA in Deutschland bestens vertreten ist, haben amerikanische Kunstwerke des 19. und frühen 20. Jahrhunderts hierzulande Seltenheitswert. Das Bucerius-Kunst-Forum hat sich vorgenommen, dies mit seiner Ausstellungstriologie „150 Jahre amerikanische Kunst: 1800–1950“ zu ändern. Den Auftakt bilden rund 60 Exponate aus dem Wadsworth Atheneum Museum of Art in Hartford, Connecticut: Mit Landschaftsmalerei betraten die USA in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Bühne der internationalen Kunstwelt. Die Wildnis und Weite Amerikas faszinierten Maler-Pioniere wie Thomas Cole (1801–1848) und Frederic Edwin Church (1826–1900). In den Catskill Mountains nördlich der stetig wachsenden Stadt New York schuf ein Kreis von Künstlern, den man später Hudson River School nannte, wildromantische Bilder.
Bucerius-Kunst-Forum, Rathausmarkt 2, tgl. 11–19, Do. 11–21 Uhr

HANNOVER
bis 6. Mai:
Emil Schumacher – Der Erde näher als den Sternen
Die große Retrospektive des malerischen Werks von Emil Schumacher (1912–1999) würdigt einen Künstler, der als bedeutendster Vertreters des deutschen Informel und eine der wichtigsten Persönlichkeiten der Kunstgeschichte nach 1945 gilt. Seine eigentliche künstlerische Entwicklung setzte erst nach dem Zweiten Weltkrieg ein, als es für ihn galt, „von vorn anzufangen“, etwas „Neues und von keiner Tradition Belastetes“ zu schaffen. Das gegenständliche Frühwerk des Künstlers, der Weg in die Abstraktion und die großen Leistungen seiner gestischen, malerischen Arbeiten werden anhand von circa 90 Gemälden aus allen Werkphasen nachgezeichnet.
Sprengel-Museum Hannover,
Kurt-Schwitters-Platz, Di. 10–20, Mi.–So. 10–18 Uhr

WOLFSBURG
bis 24. Juni:
Präzision und Wahnsinn
Wer einen Überblick über die Schweizer Kunst im 20. Jahrhundert erhalten will, muss derzeit nach Wolfsburg reisen.
Im Kunstmuseum kontrastieren reizvoll Schlüsselwerke anerkannter Meister mit Arbeiten der jüngeren Generation – vereint unter dem ironisch verstandenen Gegensatzpaar „Präzision und Wahnsinn“. Der Seite der Präzision und damit dem rationalistischen Prinzip sind Künstler wie Max Bill, Paul Lohse, Le Corbusier und Paul Klee zugeordnet, aber auch jüngere Entwürfe von Adrian Schiess, Olivier Mosset, Yves Netzhammer, Helmut Federle, John Armleder und Rémy Zaugg. Demgegenüber interpretieren die Ausstellungsmacher den Wahnsinn als das ausufernde Prinzip: Wölffli, Hodler, Oppenheim, Dieter Spoerri und Dieter Roth stehen in ihrem Arbeiten jenseits geometrischer Entwürfe. Sie verkörpern eine neue Generation von Künstlern, die auf internationaler Ebene eindeutig mit der Schweiz assoziiert werden.
Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1,
Di.11–20, Mi.–So. 11–18 Uhr


Der besondere Tipp

Foto: Katalog
Foto: Katalog
Tanz mit dem Totentanz
Nur wenige Bildmotive des Mittelalters sind bis heute so lebendig geblieben wie der Totentanz. Im Mittelpunkt der Ausstellung vom 10. März bis 22. Juli steht der um 1463 von Bernd Notke gemalte Totentanz in der Marienkirche zu Lübeck, der 1942 beim Bombenangriff auf die Stadt verbrannte. Auf Initiative des Kölner Arztes und Psychoanalytikers Dr. med. Hartmut Kraft haben sich 25 Künstler von Enrique Asensi über Robert Gernhardt bis Ben Vautier mit dem berühmten Motiv befasst. Die als Reprint erhaltenen Originalgrafiken übermalten oder überdruckten sie, bauten sie in Skulpturen ein oder schufen daraus Fotokunst.
Museum für Sepulkralkultur, Weinbergstraße 25–27, Kassel, Di.–So.10–17, Mi. 10–20 Uhr
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