ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2007Clopidogrel: Weiterhin erstattungsfähig

AKTUELL

Clopidogrel: Weiterhin erstattungsfähig

Dtsch Arztebl 2007; 104(12): A-749 / B-661 / C-637

Korzilius, Heike

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Rainer Hess. Foto: g-ba
Rainer Hess.
Foto: g-ba
Das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium (BMG) hat einen Beschluss des Gemeinsamen Bundes­aus­schusses (G-BA) zur Verordnungsfähigkeit von Clopidogrel beanstandet. Dieser hatte im Januar beschlossen, dass der Wirkstoff in der Monotherapie zur Sekundärprophylaxe bei Patienten mit Gefäßkrankheiten künftig – bis auf eine Ausnahme – nicht mehr zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden darf. Grundlage der Entscheidung war eine Nutzenbewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Sie kam zu dem Ergebnis, dass Clopidogrel in diesem Anwendungsgebiet im Vergleich zur wesentlich preiswerteren Acetylsalicylsäure nur für eine bestimmte Patientengruppe einen Zusatznutzen bringt.
Das BMG hat diesen Beschluss nun beanstandet. Die Begründung: Die Ausnahmen des Verordnungsausschlusses hätten nicht nur in den Erläuterungen genannt werden müssen, sondern im Beschluss selbst. Außerdem hätte das beim IQWiG noch anhängige Verfahren zur Nutzenbewertung einer Kombinationstherapie aus Clopidogrel und Acetylsalicylsäure abgewartet und in eine Gesamtbewertung des Nutzens einbezogen werden müssen.
„Das BMG verhält sich mit seiner Verfahrensrüge höchst widersprüchlich“, kritisierte der G-BA-Vorsitzende, Dr. jur. Rainer Hess, am 16. März in Köln. In der Entscheidung des G-BA zu kurzwirksamen Insulinanaloga bei Diabetes Typ 2 von 2006, die das Ministerium ausdrücklich bestätigt habe, seien die Ausnahmen vom Verordnungsausschluss auch nicht im Beschluss selbst genannt. Außerdem habe das Ministerium damals die schrittweise indikationsbezogene Nutzenbewertung für zulässig erklärt. „Das BMG muss sich schon klar äußern, wie der G-BA denn nun weiterarbeiten soll“, sagte Hess. Er betonte zudem, dass durch die Beanstandung weder die fachliche Entscheidung des G-BA noch die wissenschaftliche Expertise des IQWiG infrage gestellt würden. HK
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema