ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2007Telematik: Versicherte sollen rasch profitieren

POLITIK

Telematik: Versicherte sollen rasch profitieren

Dtsch Arztebl 2007; 104(12): A-754 / B-666 / C-642

Krüger-Brand, Heike E.

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LNSLNS Die DAK setzt verstärkt auf die freiwilligen Anwendungen der Gesundheitskarte und will bereits im Sommer 2007 eine elektronische Gesundheitsakte testen.

Wir wollen die Gesundheitskarte zum Leben erwecken, indem wir sie möglichst rasch in die Anwendung bringen“, erklärte Claus Moldenhauer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der DAK, am ersten Tag der CeBIT in Hannover. Erstmals präsentierte die Krankenkasse auf der Computermesse Telematiklösungen für die elektronische Gesundheitskarte (eGK), darunter die Online-Aktualisierung der Versichertenstammdaten. Rund 950 000 Krankenversichertenkarten muss die Kasse bislang jährlich aufgrund von Änderungen bei den Daten, etwa bei einem Umzug des Versicherten, neu produzieren. Ab April 2007 soll sich das ändern: Zumindest in den DAK-Geschäftsstellen der Testregionen (Flensburg und Löbau-Zittau) können Versicherte dann bereits an Online-Terminals ihre eGK aktualisieren. „Je mehr Versicherte und Leistungserbringer die Karte nutzen, desto mehr Kosten lassen sich einsparen“, ist Moldenhauer überzeugt. Bei der raschen Umsetzung der Pflichtanwendungen soll es deshalb nicht bleiben. Denn gerade in den freiwilligen Anwendungen, wie der elektronischen Patientenakte und der Arzneimitteldokumentation, liegen nach Ansicht von Experten die Potenziale der neuen Technologie. Bereits im Sommer will die DAK daher die „patientenmoderierte“ elektronische Gesundheitsakte testen mit dem Ziel, diese möglichst rasch ihren Versicherten als zusätzlichen Service anzubieten.
Die Gesundheitsakte wurde von der DAK gemeinsam mit dem Klinikbetreiber Asklepios und IBM entwickelt. Die eGK fungiert dabei als Zugangsschlüssel zu den Daten. Der Versicherte kann in der Akte medizinische Daten, etwa Schmerzprotokolle oder Informationen zu eingenommenen Medikamenten, selbst eintragen. Darüber hinaus kann die Akte auch mit Dokumenten und Daten aus anderen Quellen, wie etwa Krankenhausakten und Arztberichten, verknüpft werden. Einträge, die der Patient selbst vornimmt, werden auf speziellen Servern bereitgestellt. Sie können nur von ihm selbst – durch Eingabe einer PIN – für den behandelnden Arzt freigeschaltet werden. „Auch die DAK kann die Daten, die Versicherte mit unserem System verwalten, nicht einsehen“, betonte Moldenhauer. Das Verhältnis von Arzt und Patient bleibe vertraulich, der Patient entscheide, wer auf welche Daten zugreifen könne. Die Kasse betreibe lediglich die Infrastruktur für den Datenaustausch, den Versichertenstammdatendienst und das Karten- und Applikationsmanagementsystem.
Geprüfte Sicherheit
Die Versichertenstammdaten, die für die eGK genutzt werden, speichert die DAK nach strengen gesetzlichen Vorgaben. Sie erfüllt die sicherheitsrelevanten Vorgaben der gematik, der für die Einführung der eGK verantwortlichen Betriebsgesellschaft der Selbstverwaltung, und hat sich zusätzlich vom TÜV-Rheinland Secure IT nach internationalem Sicherheitsstandard (ISO-Norm 27001) zertifizieren lassen. Dabei wurden nicht nur technische, sondern auch organisatorische Rahmenbedingungen innerhalb der Krankenkasse für den Umgang mit sensiblen Daten geprüft.
Heike E. Krüger-Brand
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