ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2007Diuretika und Clonidin zur Aszitestherapie

MEDIZIN: Referiert

Diuretika und Clonidin zur Aszitestherapie

Dtsch Arztebl 2007; 104(12): A-796 / B-701 / C-675

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LNSLNS Das Auftreten eines Aszites verschlechtert die Prognose bei Patienten mit Leberzirrhose nachhaltig (CHILD C). Bevor die Bauchwassersucht durch gezielte Punktionen therapiert wird, ist immer eine medikamentöse Ausschwemmung anzustreben. Die Kombination von Schleifendiuretika und Aldosteron-Antagonisten ist die Standardtherapie. Der Zusatz von Clonidin zur Diuretikagabe führt zu einem schnelleren Ansprechen, einem geringeren Diuretikabedarf und zu weniger Komplikationen, wie eine belgische Arbeitsgruppe herausfand.
In einer prospektiven randomisierten Studie wurden 64 Aszitespatienten über 3 Monate entweder mit dreimal 0,075 mg/d Clonidin oder Placebo behandelt. Nach 8 Tagen wurde als Diuretikum für 10 Tage 200 mg Spironolacton verordnet. Die Spironolacton-Dosis wurde individuell bis zur Mobilisierung des Aszites erhöht.
In der Clonidin-Gruppe sprachen die Patienten signifikant rascher auf die Diuretikagabe an, benötigten im Durchschnitt weniger Diuretika und erlitten signifikant weniger Komplikationen wie Hypokaliämie oder eingeschränkte Nierenfunktion. Clonidin führte zu einer Minderung der sympathischen Aktivität und einer Verlangsamung des Abfalls des Renin-Angiotensin-Spiegels. Im weiteren Verlauf war unter der Clonidinkombination seltener eine erneute stationäre Aufnahme wegen massiven Aszites erforderlich als in der Kontrollgruppe. Da zur Therapie des Alkoholentzugdelirs Clonidin häufig eingesetzt wird, wirkt die Substanz bei der dekompensierten Alkoholzirrhose auf zwei Ebenen. w

Lenaerts A et al.: Effects of clonidine on diuretic response in ascitic patients with cirrhosis and activation of sympathetic nervous system. Hepatology 2006; 44: 844–49.
E-Mail: anne.lenaerts@chu-charleroi.be

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