ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2007Hohes Blutungsrisiko nach Gabe von ASS und Clopidogrel

MEDIZIN: Referiert

Hohes Blutungsrisiko nach Gabe von ASS und Clopidogrel

Dtsch Arztebl 2007; 104(12): A-802 / B-707 / C-681

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LNSLNS In zunehmendem Maße wird vonseiten der Kardiologie eine Kombinationsbehandlung von Acetylsalicylsäure (ASS) mit Clopidogrel bei Patienten favorisiert, bei denen ein intrakoronarer Stent implantiert wurde oder bei denen eine zerebrovaskuläre Insuffizienz besteht. Eine Auswertung der Daten von rund 470 000 Patienten einer Allgemeinbevölkerung ergab 1 443 Fälle einer schweren Blutung aus dem oberen Verdauungstrakt. Diese Daten verglichen die Autoren mit 57 000 Kontrollpersonen.
Eine Monotherapie mit Clopidogrel erhöhte das relative Risiko (RR) für eine Blutung um 10 % (RR 1,1). Die Einnahme von niedrigdosiertem ASS, Vitamin-K-Antagonisten (Marcumar, Warfarin) oder Dipyridamol steigerte das Blutungsrisiko um den Faktor 1,8. Eine Kombination von ASS und Clopidogrel erhöhte das Blutungsrisiko auf das 7,4-fache, von Marcumar und ASS um das 5,3-fache und von ASS plus Dipyridamol um das 2,3-fache. 8 800 Behandlungsjahre mit Clopidogrel führten zu einer zusätzlichen massiven Blutung. Bei der Kombination von ASS und Clopidogrel entwickelte sich nach nur 124 Behandlungsjahren eine Blutung. Insgesamt nahm die Zahl der antithrombotisch behandelten Patienten in dem Beobachtungszeitraum, der der Auswertung zugrunde lag, um 425 % zu, das heißt, immer mehr Menschen mit kardiovaskulären Problemen erhalten eine antithrombotische Medikation und sind damit blutungsgefährdet. w

Hallas J et al.: Use of single and combined antithrombotic therapy and risk of serious upper gastrointestinal bleeding: a population-based case-control study.
BMJ 2006; 333: 726–9. E-Mail: jhallas@health.sdu.dk

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