ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2007Armin Mueller-Stahl: Malen und Zeichnen als Therapie

KULTUR

Armin Mueller-Stahl: Malen und Zeichnen als Therapie

Dtsch Arztebl 2007; 104(12): A-811 / B-717 / C-685

Gold, Dagmar

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Foto: ddp
Foto: ddp
Im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe sind 65 übermalte Drehbuchseiten zum Film „Utz“ zu sehen.

Seine Fangemeinde wächst mit jeder Ausstellung. Armin Mueller-Stahl, berühmter Schauspieler und studierter Konzertgeiger, gehört ohne Zweifel zu den klassischen Mehrfachbegabungen der deutschen Kulturgeschichte. Als Multi-Kulturschaffender findet seine überdurchschnittliche kreative Begabung ein weites Feld. Im Film „Utz“ (1991) lebt er als Hauptdarsteller Baron Kaspar von Utz seine Leidenschaft für das Sammeln von Porzellan aus. Im gleichen Jahr setzte die Porzellanmanufaktur Meißen dem großen deutschen Schauspieler mit „Der Sammler“ ein Denkmal. Die Porzellanfigur, die der Meißener Designer Peter Strang geschaffen hat, trägt erkennbar die Züge Mueller-Stahls.
„Utz is my friend“, schrieb Armin Mueller-Stahl an den Rand eines Selbstporträts im Drehbuch und kommentierte: „Ich habe selten so viel gemalt und gezeichnet wie bei den Dreharbeiten zu diesem Film, und vor allem bunt. Die Farbenwelt der Meißener Porzellanfiguren hat mich sehr inspiriert.“ 1991 verfilmte Georg Sluizer den Roman „Utz“ von Bruce Chatwin mit Mueller-Stahl als Hauptdarsteller des Porzellansammlers Kaspar von Utz in Prag. Der Film zeigt einen passionierten Sammler, der seine Schätze mit schweijkschem Hintersinn verteidigte, aber ganz am Ende seines Daseins den Glauben an seine Lebensleidenschaft verloren hat und sich von der Last befreit, indem er sie zerstört. Bruce Chatwin, zu der Zeit Mitarbeiter bei Sotheby's, wurde zu diesem Roman im Jahr 1967 durch die Begegnung mit dem Wissenschaftler und Sammler Rudolf Just in Prag inspiriert. Mueller-Stahl: „In Utz spielte ich einen Tragikomiker – Menschen, die mich in meinem langen Schauspielerleben am meisten interessierten.“ Das Original-Filmskript übermalte er während der Dreharbeiten beinahe vollständig.
Daraus ist eine Ausstellung und ein Bildband entstanden, zu welchem limitierte Grafiken als Vorzugsausgabe mit Buch erschienen sind. Die farbigen Blätter sind von Filmszenen angeregt und als Charakterstudien konzipiert. Dass der Schauspieler zeichnet, wo er geht und steht, hat sich herumgesprochen. Malen und Zeichnen ist für ihn eine Art Therapie, „mit der ich mir die Knoten aus der Seele male“. So ist ein Seelentagebuch entstanden, das ohne Worte auskommt. Den Zeichner Mueller-Stahl kann die große Fangemeinde des Künstlers gegenwärtig in einer Ausstellung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe bewundern.
Dagmar Gold


Leserangebot: Armin Mueller-Stahl, drei Motive: „Mein Gegenüber“, „Utz is my friend“, „Wir drei“. Lithografien in Farbe, 2007, auf Büttenpapier circa 30 × 21 cm. Gelegt unter Passepartout, circa 40 × 30 cm. Limitierte Auflage 120 Exemplare, nummeriert und handsigniert. Inklusive des Bildbands „Armin Mueller-Stahl. Das Drehbuch zu Utz“ aus der Edition Braus. Ungerahmt mit Passepartout jeweils 165 Euro. Gerahmt in Silberleiste, Passepartout jeweils 285 Euro. Ausstellungs-Information: Die Ausstellung „Armin Mueller-Stahl – Szene und Zeichnung“ ist bis
15. April im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg,
zu sehen. Informationen: www.mkg-hamburg.de/
mkg.phpmet
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