ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2007RANDNOTIZ: Vorübergehend außer Betrieb

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RANDNOTIZ: Vorübergehend außer Betrieb

Dtsch Arztebl 2007; 104(13): A-825 / B-729 / C-701

Korzilius, Heike

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LNSLNS Sicher, es ist ein Albtraum. Wenn ein großes Unternehmen sein gesamtes IT-System umstellt, ist das Chaos programmiert. Die Software entwickelt ein Eigenleben, die Mitarbeiter stoßen an die Grenzen ihrer Fähigkeiten und ihrer Geduld. Dennoch versuchen die meisten Betriebe zu verhindern, dass das interne Durcheinander die Servicequalität über die Maßen beeinträchtigt.
Nicht so die DKV, weiß die Financial Times Deutschland (FTD) zu berichten. Der private Krankenversicherer bereitet sich und seine Kunden offensiv auf das Chaos vor. Inzwischen hat er 360 000 seiner 800 000 Vollversicherten schriftlich gebeten, fällige Rechnungen zu sammeln und möglichst erst im September oder Oktober dieses Jahres einzureichen. Dann, so hofft das Krisenmanagement offenbar, ist das System wieder funktionsfähig. Den Versicherten, die der Bitte entsprechen, winkt ein Karstadt-Gutschein im Wert von 25 Euro.
Interessant ist jetzt die Frage, wie sich die „Kreditbereitschaft“ der DKV-Versicherten auf deren Zahlungsmoral auswirkt. Wird die Arztrechnung erst im September oder Oktober erstattet, könnte sich manch einer versucht fühlen, seinem Arzt oder seiner Ärztin das ihnen zustehende Honorar ebenfalls erst im Herbst zu überweisen. Die derart unfreiwilligen Kreditgeber dürfte diese Aussicht trotz aller Liebe zur privaten Kran­ken­ver­siche­rung wenig erfreuen.
Die Konkurrenz aus dem Lager der gesetzlichen Krankenkassen lacht sich derweil ins Fäustchen. Ein solches Schreiben hätte unser Haus nie verlassen, wird der Chef der Techniker Krankenkasse in der FTD zitiert. Das sei von Professionalität weit entfernt. Recht hat er.
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