ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2007Kurzinterview mit Dr. Dr. Rainer Broicher: Sorge vor Basistarif

POLITIK

Kurzinterview mit Dr. Dr. Rainer Broicher: Sorge vor Basistarif

Dtsch Arztebl 2007; 104(13): A-829 / B-733 / C-705

Rabbata, Samir

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LNSLNS DÄ: Herr Dr. Broicher, als niedergelassener HNO-Arzt werden Sie mit den Auswirkungen des PKV-Basistarifs konfrontiert. Bereitet Ihnen die Neuregelung Sorge?
Broicher: Ja. Obwohl meine Kölner Praxis in einem sozial schwächeren Gebiet liegt und der Anteil an Privatpatienten weniger als zehn Prozent beträgt, muss ich wegen des geplanten Basistarifs mit Honorareinbußen rechnen.
DÄ: Was bedeutet das für Ihre Praxisführung?
Broicher: Ich werde noch mehr sparen müssen als bisher – beim Personal und bei Investitionen. Natürlich amortisieren sich die Ausgaben für Geräte nur über deren Gebrauch und eine entsprechende Vergütung. Wenn die Honorierung nicht ausreichend ist, muss ich mich fragen, ob ich mir beispielsweise einen innovativen Laser leisten kann.
DÄ: Denkbar ist, dass Patienten einen Tarifwechsel vorher mit ihrem Arzt besprechen. Was raten Sie ihnen?
Broicher: Solange nicht klar ist, wie die neuen Tarife aussehen, ist das schwer zu sagen. Vermutlich werden die Versicherungsunternehmen unterschiedliche Verträge auflegen, was die Arbeit für Ärzte im Übrigen noch unübersichtlicher macht. Informieren kann man die Patienten aber schon jetzt darüber, dass es künftig eine Dreiklassenmedizin geben wird, bestehend aus Angeboten für gesetzlich Versicherte, Basistarifversicherte und PKV-Vollversicherte. Den Privatpatienten muss klar sein, dass sie im Basistarif nicht mehr denselben Service erwarten können wie bisher. Schließlich ist das Gesundheitswesen ein marktwirtschaftlich orientiertes System, auch wenn die Politik dies gerne ändern würde.
Die Fragen stellte Samir Rabbata.
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