ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 1/2007Software für Handhelds: Nützliche Wissensspeicher

SUPPLEMENT: PRAXiS

Software für Handhelds: Nützliche Wissensspeicher

Dtsch Arztebl 2007; 104(13): [24]

Nebrig, Maxim

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Zwar ist der Gebrauch von Handheld-Computern in Deutschland noch nicht so verbreitet wie in den USA, doch auch hierzulande nutzen immer mehr Ärzte medizinische Nachschlagewerke auf PDAs. Foto: Eberhard Hahne
Zwar ist der Gebrauch von Handheld-Computern in Deutschland noch nicht so verbreitet wie in den USA, doch auch hierzulande nutzen immer mehr Ärzte medizinische Nachschlagewerke auf PDAs. Foto: Eberhard Hahne
Überblick über mobile Anwendungen für die Medizin

Vor dem Hintergrund des wachsenden Umfangs und der Komplexität medizinischen Wissens erweisen sich Handheld-Computer oder PDAs (Personal Digital Assistants) als wertvolle Informationsquelle für Ärzte. Kos-
tenfreie und kommerziell vertriebene Software aus dem Internet machen sie zu leistungsfähigen Werkzeugen in der medizinischen Routine.
Der Nutzen der Computer für die Kitteltasche zeigt sich vor allem am Krankenbett, während der Visite und in anderen Situationen, in denen zeitaufwendiges Nachschlagen handlungsbestimmender Informationen, wie zum Beispiel Dosierung oder Wechselwirkungen von Medikamenten, nicht möglich ist. Sowohl die Berechnung medizinischer Scores und Formeln als auch das Erweitern der Differenzialdiagnose und die Entscheidung über diagnostische und therapeutische Maßnahmen wird durch die Geräte und entsprechende Programme stark vereinfacht.
Mehr Funktionalität
Seit der Präsentation des ersten Palm Pilot 1996 haben die mobilen Kleincomputer an Funktionalität gewonnen – bei ständig verringerter Größe und abnehmendem Gewicht. Die meisten von ihnen arbeiten entweder mit dem Palm Operating System (Palm OS) oder mit Windows Mobile. Geräte auf Basis von Palm OS haben eine längere Akku-Lebensdauer, ein handlicheres Format, und man sagt ihnen eine größere Systemstabilität und Absturzsicherheit nach. Windowsbasierte Pocket-PCs haben oft größere Bildschirme und bieten die Möglichkeit, viele verschiedene Programme gleichzeitig auf dem Rechner laufen zu lassen.
In den USA ist der Gebrauch von PDAs verbreiteter als hierzulande. Mehr als die Hälfte aller Mediziner dort nutzen die Vorteile eines PDA. Verbreitete Anwendungen:
- Mit der Software ePocrates lassen sich Indikation, Wirkung und Kontraindikation eines Medikaments nachschlagen.
- Diagnosaurus listet Differen-
zialdiagnosen, geordnet nach Organsystemen, Symptomen oder Krankheiten, auf.
- MedCalc ist ein Werkzeug mit fast 80 Formeln, etwa zur Berechnung von Körperoberfläche, GFR oder Child-Pugh-Score.
- Der Antibiotic Guide der Johns- Hopkins-Universität bietet – regelmäßig online aktualisiert – detaillierte Informationen zur Therapie von Infektionskrankheiten.
Fast die gesamte deutschsprachige Medizinsoftware für PDAs wird über die Internetplattform Mobipocket vertrieben. Unter www.mo bipocket.de können neben dem Mobipocket Reader viele der angebotenen Programme auch als kostenfreie Testversionen heruntergeladen werden.
Das bekannteste der dort angebotenen Werke ist der Herold (35 Euro), der seit zwei Jahren auch für PDA verfügbar ist. Das jährlich aktualisierte Buch ist mittlerweile ein beliebtes Standardlehrbuch der Inneren Medizin. Allerdings lässt die PDA-Version des Lehrwerks die für den Handcomputer notwendige Übersichtlichkeit vermissen: Das sinnvolle Blättern ist häufig nicht möglich. Auch aus der Buchversion entnommene Schemata und Tabellen sind für die Darstellung auf dem Taschencomputer ungeeignet.
Einfach zu handhaben
Für den klinischen Alltag sehr geeignet sind die PDA-Version des Arzneimittel pocket (17 Euro) und das Innere-Medizin-Programm DDInnereDiagnosen (24 Euro). Arzneimittel pocket ist wie das zugrunde liegende Buch im Kitteltaschenformat ein unkompliziertes Nachschlagewerk, in dem nach Arzneimittel geordnet Informationen zu Arzneimittel-Klasse, Handelsnamen, Dosierung, Wirkmechanismen, Nebenwirkungen, Kontraindikationen abrufbar sind. Sehr hilfreich ist der eingebaute Rechner zur Dosisanpassung bei Niereninsuffizienz.
DDInnereDiagnosen beinhaltet zusätzlich zu einem Kompendium der Inneren Medizin auch wichtige Krankheitsbilder der angrenzenden Fachbereiche. Eine umfangreiche Suchfunktion und die einheitliche Unterteilung sämtlicher Artikel ermöglichen eine schnelle und unkomplizierte Orientierung. Durch die ausführliche Berücksichtigung handlungsrelevanter Fakten eignet sich diese Software gut als Entscheidungshilfe für Diagnostik und Therapie im klinischen Alltag.
Weitere relativ preisgünstige und praktische Programme für den PDA bieten der Börm Bruckmeier Verlag mit dem Antibiotika pocket und dem EKG pocket sowie mediheld mit DDInnereLabor und DDInnereLeitsymptome an. Darüber hinaus haben auch große Medizinverlage, wie etwa der Deutsche Ärzte-Verlag und Springer, inzwischen ein umfangreiches Programm an teilweise recht spezialisierten Wissensreferenzen im Handheld-Format.
Eine gut strukturierte Dokumentation über kostenfreie und kommerziell vertriebene medizinische Software für PDAs und andere relevante Informationen zum Thema finden sich auf der Internetseite www.PDA-Medicus.de. Die Liste der verfügbaren deutschsprachigen Handheld-Software wird ständig länger. Ausgestattet mit den richtigen Programmen kann der PDA eine Bibliothek von Kitteltaschenhandbüchern ersetzen – und sicher dazu beitragen, die ärztliche Arbeit zu unterstützten und zu optimieren. Maxim Nebrig, Berlin,
E-Mail: maximnebrig@gmx.de
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