ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSSUPPLEMENT: PRAXiS 1/2007CeBIT 2007 – Trends und Highlights: Der vernetzte Alltag

SUPPLEMENT: PRAXiS

CeBIT 2007 – Trends und Highlights: Der vernetzte Alltag

Dtsch Arztebl 2007; 104(13): [26]

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Mit einem neuen, themenzentrierten Konzept will die Computermesse Aussteller und Fachbesucher zurückgewinnen.

Die Computermesse CeBIT kämpft mit Problemen – Aussteller und Besucher laufen der Veranstaltung davon, die Messe steht unter wachsendem Wettbewerbsdruck. Die Verkürzung der Messe von sieben auf sechs Tage ab 2008 und die Konzentration auf Geschäftskunden sollen eine Trendwende herbeiführen. Zusätzlich gibt es konzeptionelle Änderungen. So sollen stärker Themen statt Produkte im Vordergrund stehen, um den Besuchern einen besseren Überblick zu ermöglichen. Beispiele hierfür sind die Themenfelder Security und Public Sector sowie E-Health/ Telemedizin (Kasten).
Das DVB-H-Handy der Firma Sagem (www.sagem.com) „myMobileTV“: Das Gerät mit schwenkbarem Display bietet TV-Empfang und Zugriff auf Multimedia-Features.
Das DVB-H-Handy der Firma Sagem (www.sagem.com) „myMobileTV“: Das Gerät mit schwenkbarem Display bietet TV-Empfang und Zugriff auf Multimedia-Features.
Flachere Handys, größere Festplatten, breitere Bildschirme, schnellere Übertragungswege – die Entwicklung von Produktneuheiten schreitet eher evolutionär voran. Immer wichtiger wird das Thema „digitales Heim“ und vernetztes Wohnen für die Computerbranche: So lassen sich Licht, Heizung und Raumtemperatur der Wohnung von Sensoren überwachen und steuern. Im Innovationszentrum Intelligentes Haus Duisburg („inHaus“), einer Kooperation von Forschungseinrichtungen und Firmen, darunter die Fraunhofer-Institute für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme sowie für Software- und Systemtechnik, werden unterschiedliche Funktionen per Fernbedienung gesteuert – zum Beispiel „Fenster verriegeln“, „Geschirrspüler starten“ oder „DVD abspielen“. Die intelligente Technik lässt sich nicht nur drahtlos an- oder ausschalten, sondern liefert auch Informationen, etwa im Falle eines Defekts oder bei Einbruchsversuchen. Denkbar sind außerdem Anwendungen aus dem Bereich der Gesundheitsüberwachung: Die Elektronik kann zum Beispiel automatisiert einen Notruf senden, wenn sie über einen bestimmten Zeitraum keine Aktivitäten in der Wohnung verzeichnet. Auch für die Optimierung des Energieverbrauchs lässt sich Heim-Elektronik nutzen. So läuft die Waschmaschine nachts, wenn der Strom am günstigsten ist, und wenn niemand zu Hause ist, lässt sich das ganze Haus in einen Stand-by-Modus versetzen.
Für den Klinik- und Diagnosebereich hat NEC Display Solutions mit dem MD205MG ein hochwertiges Display mit einer Auflösung von fünf Megapixeln im Graustufenbereich vorgestellt (www.nec-display-solutions.com).
Für den Klinik- und Diagnosebereich hat NEC Display Solutions mit dem MD205MG ein hochwertiges Display mit einer Auflösung von fünf Megapixeln im Graustufenbereich vorgestellt (www.nec-display-solutions.com).
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Um die Hausgeräte unterschiedlicher Hersteller interoperabel zu machen, wurde die EIB-Schnittstelle entwickelt, die inzwischen mehr als 100 Unternehmen unterstützen. Über diese Schnittstelle lässt sich auch der Fernzugriff per Mobiltelefon oder Internet regeln. Bis 2010 rechnen Marktforscher mit 162,3 Millionen vernetzten Haushalten, die knapp 974 Millionen Geräte in ihrem Home-Netzwerk betreiben und dabei WLAN oder auch die breitbandige Powerline-Technik auf Basis vorhandener Stromleitungen nutzen.
Mit der HomePlug-Technologie der Devolo AG, Aachen (www.devolo.de), lässt sich das Stromnetz in ein vollwertiges Netzwerk verwandeln, in das der PC über einen Adapter und die nächstgelegene Steckdose eingebunden wird. So kann man von allen Steckdosen des hausinternen Stromnetzes aus im Internet surfen und auf andere PCs oder Drucker zugreifen. Will man in einem anderen Raum oder mit einem anderen PC weiterarbeiten, wird der Adapter einfach umgestöpselt.
Mit der HomePlug-Technologie der Devolo AG, Aachen (www.devolo.de), lässt sich das Stromnetz in ein vollwertiges Netzwerk verwandeln, in das der PC über einen Adapter und die nächstgelegene Steckdose eingebunden wird. So kann man von allen Steckdosen des hausinternen Stromnetzes aus im Internet surfen und auf andere PCs oder Drucker zugreifen. Will man in einem anderen Raum oder mit einem anderen PC weiterarbeiten, wird der Adapter einfach umgestöpselt.
In der Unterhaltungselektronik ist die elektronische Vernetzung bereits ein Massenmarkt. Bei der Messe gab es die neuesten Multimedia-Steuerzentralen zu sehen, darunter den Home-Server von Microsoft, an den sämtliche Computer im Haushalt angedockt werden können. Als Software wird eine spezielle Variante des neuen Windows-Betriebssystems Vista eingesetzt. Ebenfalls gezeigt wurde eine digitale Plattform für die Verbreitung und Verwaltung von TV-Inhalten. Die „Microsoft IPTV Edition“ umfasst auch Software für die Aufnahme von Filmen – live und on demand – sowie Server-Software zur Verwaltung der Videoinhalte.
Weiterhin ungeklärt ist aufgrund konkurrierender Formate die DVD-Nachfolge: Sony und Samsung setzen auf die Blu-Ray-Technik, wohingegen unter anderem Toshiba, NEC und Microsoft die HD-DVD durchsetzen wollen. Entsprechend schleppend ist daher bislang die Nachfrage nach Geräten.
Der Mobilfunknetzbetreiber Vodafone hat erstmals eine schnel-le mobile Datenanbindung über UMTS-Breitband mit einer Geschwindigkeit von bis zu 7,2 MBit pro Sekunde realisiert – damit wird die mobile Anbindung von Notebook, PDA und Handy so komfortabel, dass ein Unterschied zum Festnetzanschluss nicht mehr spürbar ist. O2 Germany stellte „Internet-to-Go“ vor, das „echte“ Internet auf dem Handy, das ab Sommer 2007 verfügbar sein soll. Der Nutzer sieht die aufgerufenen Webseiten wie beim Surfen auf dem PC oder Notebook. Neue Handyfunktionen, wie Zoomen und horizontales Scrollen, ermöglichen es, sich einzelne Ausschnitte schneller und vergrößert auf dem Handydisplay anzusehen.
Welche Möglichkeiten die nächste Generation der TV-Handys bietet, demonstrierte unter anderem das Unternehmen Samsung. So soll in naher Zukunft neben der direkten Fernsehaufnahme auch eine Bild-im-Bild-Funktion zum Serienstandard gehören, mit der sich zwei Programme gleichzeitig verfolgen lassen. Außerdem sorgt ein elektronischer Programmführer dafür, dass man auch auf Reisen seine Lieblingssendung nicht verpasst.
Die „intelligente“ Gehhilfe aus dem Assisted-Living-Labor des Fraunhofer IESE. Das mit konventioneller Sensorik ausgestattete Hilfsmittel ist nur Teil eines komplexen Systems. Die softwaregestützte Verarbeitung der Sensordaten ermöglicht es, erfasste Umgebungsparameter zu verknüpfen, zu bewerten und so auf die Situation des Nutzers zu schließen.
Die „intelligente“ Gehhilfe aus dem Assisted-Living-Labor des Fraunhofer IESE. Das mit konventioneller Sensorik ausgestattete Hilfsmittel ist nur Teil eines komplexen Systems. Die softwaregestützte Verarbeitung der Sensordaten ermöglicht es, erfasste Umgebungsparameter zu verknüpfen, zu bewerten und so auf die Situation des Nutzers zu schließen.
Im Ausstellungsbereich Telematics & Navigation konnte sich der Besucher über die neuen Entwicklungen im Bereich der Verkehrstelematik informieren. Der „Auto ID/RFID Solutions Park“ präsentierte branchenübergreifende Anwendungen der drahtlosen Funktechnologie unter anderem aus der Automobilindustrie, dem Gesundheitssektor und der Pharmaindustrie auf einzelnen Themeninseln. Mit speziellen RFID-Sensor-Tags als Kombination aus Temperatursensor und RFID-Funkchip lässt sich beispielsweise die Temperatur von Pharma-Sendungen während des gesamten Transports kontrollieren und dokumentieren.
Beim Thema Sicherheit geht es unter anderem um organisatorische und rechtliche Gefahren der E-Mail- und Internetnutzung, um Verschlüsselungsverfahren, Virenschutz, Content-/Spamschutz, Bilderkennung, Mailsortierung, elektronische Signaturen sowie um revisionssichere Archivierung in Verbindung mit Archivsystemen. So zeigte das Unternehmen S4P (www.sforp.de), wie sich mit der Managementlösung „iQ.Suite“ eine sichere und revisionsgerechte E-Mail-Kommunikation für klinische und betriebliche Arbeitsplätze des Krankenhauses aufbauen lässt und wie E-Mails von der Entstehung bis zur Entsorgung in Übereinstimmung mit den unternehmensspezifischen Geschäftsprozessen und gesetzlichen Vorschriften verarbeitet und verwaltet werden.
Sicherheit umfasst auch biometrische Systeme: So entwickelte NEC das Fingerabdruck-Identifikationssystem AFIS, das einen
Erkennungsalgorithmus verwendet, der die Rillenzahl und die Beziehungen der einzelnen Minuzien untereinander berücksichtigt. Das System wird nicht nur für den Netzwerkzugang, sondern auch bei Grenzkontrollen und im medizinischen Bereich eingesetzt. Eine weitere Sicherheitslösung von NEC ist „Smart Catch“, ein softwareunterstütztes Video-Monitoringsystem, das bereits auf einigen europäischen Flughäfen eingesetzt wird. Live-Videobilder von Überwachungskameras auf dem PDA und andere mobile Geräte mittels WLAN präsentierte Siemens mit der Firma Syntron. Bilder von bis zu 500 Kameras lassen sich verschlüsseln und über eine Leitstellensoftware verarbeiten. Auch von IBM gibt es eine Analysesoftware, mit der sich Videosequenzen in Echtzeit oder als Archvimaterial auswerten lassen. Das „Smart Surveillance System“ ermöglicht die Überwachung von Ereignissen auf Basis verschiedener Quellen, wie Videokameras, Radar, chemischer Sensoren und Audioinhalten. Es erkennt beispielsweise, wenn ein Koffer in einer Flughafenhalle herrenlos zurückgelassen wird, und löst bei verdächtigem Verhalten Alarm aus.
Einen Biometrieleser mit einer Dreifach-Erkennung über Karte, PIN und Fingerabdruck, die besonders hohen Sicherheitsanforderungen genügt, gab es bei Assa Abloy ITG (www.aaitg.com) zu sehen. Das Unternehmen stellte mit „Omnikey Sicct“ außerdem ein Lesegerät für die Gesundheitskarte vor, das bereits mit einem kontaktlosen Interface für die Komfortsignatur ausgestattet ist. Heike E. Krüger-Brand

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