ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2007„Adlerauge“ bleibt vorerst vision

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„Adlerauge“ bleibt vorerst vision

Dtsch Arztebl 2007; 104(14): A-928 / B-827 / C-789

EB

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LNSLNS Seit einiger Zeit sorgt eine Methode, bezeichnet als „Wellenfrontkorrektur“ oder „wellenfrontgeführte Hornhautchirurgie“, in der Augenheilkunde für Furore. Durch eine spezielle Laserbehandlung der Hornhaut, eine technische Weiterentwicklung der konventionellen LASIK-Behandlung, soll sich die Sehschärfe deutlich verbessern lassen – bis hin zum „Adlerauge“. Mit dem Verfahren machen die Ophthalmologen eine Anleihe bei den Astrophysikern: Wenn diese mit Spiegelteleskopen ins Universum spähen und Lichtsignale von Sternen „einfangen“, sind optische Fehler unausweichlich; das Wetter in der Atmosphäre lässt eine punktförmige Lichtquelle nur als „verschmiertes“ Signal ankommen. Vermeiden lässt sich dies durch eine computergesteuerte Verbiegung der Spiegelfläche in vielen winzigen Segmenten im Bereich von Bruchteilen der Wellenlänge des Lichts. Das nennen die Astrophysiker „Wellenfrontkorrektur“.
„Doch an der Hornhaut des Auges ist eine solche Korrektur praktisch nicht möglich“, so der Ophthalmologe und Astrophysiker Prof. Dr. med. Paul-Rolf Preußner (Mainz) bei der 104. Jahrestagung der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) in Berlin. Das Auge sei dafür viel zu weich. Korrekturen, welche die Stärke der Hornhaut im Bereich von zehn bis 100 Nanometern (einem millionstel Millimeter) an einzelnen Stellen verändern, könnten nicht funktionieren, wenn sich das Auge im Mikrometer-Bereich (einem tausendstel Millimeter) bewegt. „Mit der modernen refraktiven Hornhaut-Chirurgie und ständig weiterentwickelten Intraokularlinsen versuchen wir, dem Patienten eine optimale Sehqualität zu geben“, so Preußner. „Doch es ist noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten, bis auch die Grenze des theoretisch Möglichen erreicht ist.“ EB

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