ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2007Rationierung: Unumgänglich
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Es ist zu begrüßen, dass das DÄ sich derart ausführlich mit den Ergebnissen unserer Gesprächsrunde „Gerechte Verteilung knapper Gesundheitsressourcen“ auseinandergesetzt hat. Hierbei gilt es den Mut zu bewundern, das heiße Eisen der Rationierung sogar im Titelbild aufzunehmen und damit in die breite Diskussion zu stellen. Für unsere Gesprächsrunde im September 2006 in Cadenabbia mit Ärzten, Politikern, Ethikern, Theologen, Kostenträgern, Gesundheitsökonomen, Juristen u. a. war es offenkundig, dass das deutsche Gesundheitssystem in Analogie zu anderen fortschrittlichen Ländern eine Rationierung (ob implizit oder explizit) langfristig wird nicht umgehen können. Nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten der Rationalisierung wird bei den Kostenträgern ein Defizit bleiben, das zumindest eine Priorisierung, wenn nicht Rationierung von Gesundheitsleistungen verlangen wird. Hier frühzeitiger die Gesichtspunkte der Verteilungsgerechtigkeit zu diskutieren, war das Anliegen dieser 5. Cadenabbia-Tagung der Reihe „Medizin, Ethik, Recht“ zusammen mit der Konrad-Adenauer-Stiftung. Ziel dieser Tagungen ist es, im breiten gesellschaftlichen Diskurs Brennpunkte aktueller Gesundheitspolitik zu fokussieren. Themen waren bislang: Klinische Sterbehilfe, Grenzen der Gesundheit, Last und Chancen des Alters und der Wandel im Arzt-Patienten-Verhältnis. Um diese Diskussionen einer breiteren Öffentlichkeit als den eingeladenen Teilnehmern der Symposien zugänglich zu machen, wurden sie sämtlich im Herder-Verlag publiziert. Auch diese aktuelle Veranstaltung wird bei Herder voraussichtlich im August 2007 unter unserem Namen in Buchform vorliegen.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Volker Schumpelick,
Chirurgische Universitätsklinik und Poliklinik der RWTH Aachen, Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen
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