ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2007Medizinstudium: Worin besteht der Sinn?
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Die Nachlese des ersten Hammerexamens bestätigt auf breiter Linie die Befürchtungen, die seit der Einführung des neuen Prüfungsverfahrens geäußert wurden. Die Studenten gehen schlechter vorbereitet in das praktische Jahr, für die Lösung der „Fallstudien“ des IMPP helfen auch zwölf Monate praktische Arbeit kaum weiter, und die Durchfallquoten steigen. Die Zufriedenheit des IMPP, dass die Prüfung reibungslos abgelaufen sei, lässt sich schwer nachvollziehen. Auch die Begründung, dass das schlechte Ergebnis der Prüfung an dem Mangel an speziell angepasster Prüfungsliteratur liegt, lässt aufhorchen: Sollte sich das neue Hammerexamen etwa doch nicht allein mit einer vernünftigen Vorbereitung auf Grundlagen und praktische Aspekte der geprüften Fächer bewältigen lassen und schon die ersten Prüfungen aus einem undurchsichtigen Abfragen von „Kolibri-Fällen“ bestehen? . . . Worin besteht also der Sinn der neuen Prüfungsordnung? Soll nur Geld gespart werden, indem mehrere Prüfungen zusammengefasst werden? Oder will man allzu dreisten Forderungen der Studenten zuvorkommen, die eine Aufwandsentschädigung in dem praktischen Teil ihres Studiums fordern, wie sie in anderen Ländern (z. B. der Schweiz) oder Fachbereichen (Referendariat der Lehrer) längst üblich ist? Schließlich kann ein Medizinstudent im Moment zu Beginn des praktischen Jahres keine offizielle Prüfung außer das Physikum vorweisen. Zumindest den letzten Verdacht hat der Marburger Bund zusammen mit den Helios-Kliniken ja bereits ausgeräumt. Was spricht also gegen die Forderung, das Hammerexamen wieder aufzuteilen und den theoretischen Teil vor und den praktischen nach dem PJ stattfinden zu lassen? Die Verantwortlichen sollten im Sinne der Studenten und der medizinischen Ausbildung schnell handeln . . .
Martin Scheel, Medizinstudent im praktischen Jahr, Delpstraße 10, 48151 Münster
Foto: Eckel [m]
Foto: Eckel [m]
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