ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2007Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen: Normbereich für TSH zu hoch

MEDIZIN: Diskussion

Autoimmune Schilddrüsenerkrankungen: Normbereich für TSH zu hoch

Dtsch Arztebl 2007; 104(14): A-964 / B-857 / C-818

Schmidt, Annett

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LNSLNS Der Artikel bedeutet zwar eine Hilfe für viele Patienten, ihren Ärzten den Sinn und Zweck der Bestimmung der freien T3- und T4-Werte darzulegen, aber keine große Hilfe bei der weiteren Behandlung der Erkrankung.
Leider ist auch in diesem Bericht nicht die aktuelle Erkenntnis eingegangen, dass der bisher gültige obere Normbereich von 4,0 mU/L für TSH zu hoch angesetzt ist. Die National Academy of Clinical Biochemistry kommt zum Ergebnis, dass gesunde, euthyreote Personen TSH-Werte zwischen 0,4 und 2,5 mU/L aufweisen. Eine deutsche Studie von Volzke et al. (1) kommt für Deutschland zu einem ähnlichen Ergebnis. Von einigen Labors wurde deshalb der Referenzbereich des TSH auf 2,5 mU/L abgesenkt und wird auch heute schon so angewandt. Diese Erkenntnis hat sich deutschlandweit allerdings noch nicht durchgesetzt. Bleibt zu hoffen, dass die Fachgesellschaften die Empfehlungen des TSH-Referenzbereiches endlich ändern werden. Mit welchen gesundheitlichen Problemen und Einschränkungen ihrer Lebensqualität viele Erkrankte leben müssen, weil immer noch viele Ärzte ihr Leiden auf psychische Ursachen zurückführen und einen TSH bis 4,0 mU/L immer noch als in der Norm liegend und somit nicht als behandlungsbedürftig betrachten, sollte dabei auch bedacht werden. Ebenso können andere chronische Erkrankungen und Mängel hierfür verantwortlich sein.


Annett Schmidt
Medizinhistorisches Institut
Sigmund-Freud-Straße 25, 53127 Bonn
1.
Völzke H: Reference intervals of serum thyroid function tests in a previously iodine deficient area. Thyroid 2005; 15: 279–88. MEDLINE
1. Völzke H: Reference intervals of serum thyroid function tests in a previously iodine deficient area. Thyroid 2005; 15: 279–88. MEDLINE

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