ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2007Zostavax: Erster Impfstoff gegen Gürtelrose

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Zostavax: Erster Impfstoff gegen Gürtelrose

Dtsch Arztebl 2007; 104(14): A-972 / C-824

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS Die Gürtelrose (Herpes zoster) geht mit akuten Schmerzen einher und kann als postherpetische Neuralgie (PHN) starke chronische Schmerzen verursachen. Viele Patienten sprechen auf die verfügbaren Behandlungsoptionen nicht an; entweder ist die schmerzlindernde Wirkung unzureichend, oder es treten Nebenwirkungen auf. Die Vorbeugung von Gürtelrose und postherpetischer Neuralgie durch eine Impfung mit Zostavax® könnte diesen Circulus vitiosus durchbrechen.
Eine Gürtelrose wird durch Reaktivierung des Varicella-Zoster-Virus (VZV) ausgelöst, das sich nach einer Erstinfektion, meist in der Kindheit, dauerhaft in den Nervenbahnen eingenistet hat. Die Erkrankung macht sich zunächst als Kribbeln, Jucken oder brennender Schmerz bemerkbar, solange das Virus entlang der Nervenbahnen wandert und dort Schäden verursacht. Sobald das Virus die Haut erreicht, entsteht ein bandförmiger oder in Gruppen angeordneter Ausschlag aus leicht erhabenen Pünktchen, der in der Regel auf eine Körper- oder Gesichtsseite beschränkt bleibt. Danach bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen, die in zwei bis vier Wochen abheilen, und dabei kann es zu schweren Hautinfektionen, Narben und dauerhaften Verfärbungen der Haut kommen.
Nervenschmerz kann viele Jahre anhalten
Die postherpetische Neuralgie ist die häufigste und schmerzhafteste Folgeerkrankung der Gürtelrose. Es handelt sich um einen chronischen, anhaltenden Nervenschmerz, der nach Abheilen des Hautausschlags auftritt (ein bis drei Monate nach Ausbruch) und Monate oder sogar Jahre anhalten kann. Etwa jeder fünfte Gürtelrose-Patient erkrankt an PHN, die meisten Fälle treten nach dem 50. Lebensjahr auf. Die schwerste Form der PHN ist die Allodynie, ein stark belastender, schon durch leichte Berührungsreize (zum Beispiel Stoff oder Wind) ausgelöster Schmerz. Eine Gürtelrose kann in jeder Körperregion auftreten. In rund der Hälfte der Fälle ist jedoch der Oberkörper betroffen, am zweithäufigsten der Kopfbereich (eine Kopfseite oder ein Auge – Zoster ophthalmicus) mit rund zwölf Prozent der Fälle.
Kühlschrankstabile
Formulierung beantragt
Zostavax ist ein Zoster-Lebendimpfstoff zur Vorbeugung von Herpes zoster und damit verbundener postherpetischer Neuralgie bei Personen ab 60 Jahren indiziert. Die Zulassung gilt für die tiefgefrorene Form des Impfstoffs. Zusätzlich hat Sanofi Pasteur MSD die Zulassung einer kühlschrankstabilen Formulierung beantragt, da diese besser zu der in Europa üblichen Impfstofflagerung und zum Lieferservice passt. Das Präparat wurde von Merck & Co. Inc. und Sanofi Pasteur MSD entwickelt und wird zukünftig in Europa von Sanofi Pasteur MSD vertrieben.
In einer Phase-III-Studie mit 38 546 Männern und Frauen ab 60 Jahren, die entweder eine Impfstoff- oder Placebo-Dosis erhielten, verminderte Zostavax im Vergleich zu Placebo die Belastung durch zosterbedingte Schmerzen und Beschwerden um 61 Prozent, die Inzidenz von PHN um 67 Prozent und die Häufigkeit von Gürtelrose um 51 Prozent. Zusätzlich verminderte Zostavax die Inzidenz von Gürtelrosen mit intensiven und dauerhaften Schmerzen um 73 Prozent. Die an der Studie teilnehmenden Patienten wurden über einen Zeitraum von drei Jahren nachbeobachtet. zyl

Workshop: „Prävention von Herpes zoster und postherpetischer Neuralgie durch ersten und einzigen Impfstoff“ in Berlin, Veranstalter: Sanofi Pasteur MSD
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