ArchivDeutsches Ärzteblatt PP4/2007Literatur: Krankheit als Metapher

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Literatur: Krankheit als Metapher

PP 6, Ausgabe April 2007, Seite 187

Nizze, Horst

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LNSLNS Krankheit dient in der Literatur meist als Metapher. Belletristische Krankheitsschilderungen sind medizinisch und literarisch sowie psychosozial oder gar politisch für Ärzte und Laien interessant.
Die preisgekrönte Dissertation eines Freiburger Romanisten untersucht krankheitsbezogene Werke französischer Autoren des 20. Jahrhunderts. Die subtile medizinisch-philologische Studie analysiert die Darstellung der Pest in Albert Camus’ gleichnamigem Roman, der Cholera bei Jean Giono und des Sterbens von Simone de Beauvoirs Mutter an einem Dickdarmkarzinom sowie eine komplexe Neurose bei Marie Cardinal und das Aidsleiden von Hervé Guibert.
Die Pest als Sinnbild für Bedrohung und Belagerung schien uns gut vertraut. Die detaillierte Betrachtung des berühmten Romans von Camus und der Werke der anderen Autoren erweitert jedoch unser Verständnis beträchtlich. Die zahlreichen Leidensbezüge werden präzise und einfühlsam dargelegt, um Krankheit in ihrer psychophysischen Vielfalt und Motivfunktion für die Literatur interdisziplinär auszuloten. Interessenten der faszinierenden Verbindung von Medizin und Kultur werden die gründliche Darstellung des frankophilen Sprachwissenschaftlers mit großem Gewinn lesen. Horst Nizze

Maximilian Gröne: „Maladie ès lettres“ – Krankheitsdarstellungen bei Camus, Giono, Beauvoir, Cardinal und Guibert. Klassische Moderne, Band 5. Ergon Verlag, Würzburg, 2006, 360 Seiten, kartoniert, 45 €
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