ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2007Stents: Nur wenige Studien
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Erlauben Sie uns zu Ihrem ausführlichen Bericht über die derzeitigen Irritationen bei der Verwendung von medikamentenfreisetzenden Koronarstents („Drug-eluting stents“ = DES) folgende Anmerkungen . . .
1. Die Verhinderung einer potenziell nur selten lebensgefährlichen Instent-Restenose bei 20 Prozent der Patienten wird damit erkauft, dass alle Patienten dem potenziell lebensgefährlichen Risiko einer subakuten Stentthrombose ausgesetzt werden – die DES prophyaktisch bei allen Patienten einzusetzen (wie in den USA oder in der Schweiz flächendeckend geschehen) ist schon vom Ansatz her problematisch.
2. Die DES sind sicher nicht per se die besseren Stents, wie uns das die DES-Hersteller immer wieder glauben machen wollten.
3. Die eigentliche Bedeutung der heute zur Verfügung stehenden DES besteht unseres Erachtens vielmehr darin, endlich über ein effektives, interventionelles Verfahren zur Behandlung derjenigen Patienten zu verfügen, die eine Instent-Restenose entwickelt haben. Aufgrund der hohen Re-Restenoseraten ließen sich die Instent-Restenosen vor der Einführung der DES interventionell oft nicht abschließend therapieren. Nur: Für diesen entscheidenden Einsatz der DES liegen bislang nur wenige Studien vor. Aufgrund dieser mangelhaften Datenlage wird ihr Einsatz bei Instent-Restenosen von der FDA zurzeit auch nicht empfohlen. Und auch bei der Behandlung von Instent-Restenosen mit DES sind späte Stentthrombosen beschrieben worden. Eine Risiko-Nutzen-Abwägung würde in diesen Fällen dennoch positiver ausfallen, da nur diejenigen Patienten behandelt werden, die tatsächlich eine Instent-Restenose entwickelt haben.
4. Bleibt zu hoffen, dass den aktuellen DES nun möglichst bald der Platz zukommt, der ihnen gebührt. Dass endlich die Studien nachgeholt werden, die zur Absicherung der entscheidenden Indikation, der Therapie der Instent-Restenose nach BMS, notwendig sind . . .
Literatur bei den Verfassern
Dr. Ragnar Gareis,
Dr. Georg Schmidt,
Prof. Dr. Thomas Störk,
Innere Klinik II, Karl-Olga-Krankenhaus,
Hackstraße 61, 70190 Stuttgart
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige