ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2007Assoziation von Compliance und Mortalität

MEDIZIN: Referiert

Assoziation von Compliance und Mortalität

Dtsch Arztebl 2007; 104(15): A-1023 / B-909 / C-865

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LNSLNS Eine ausgeprägte Therapietreue (Compliance), zum Beispiel durch regelmäßige Tabletteneinnahme, führt zu besseren Behandlungsergebnissen. Selbst im Placeboarm von Therapiestudien (Healthy-Adherer-Effekt) konnten kanadische Autoren in einer Meta-Analyse von 21 Publikationen diesen Effekt nachweisen.
Eine gute Therapieadhärenz ist dabei Ausdruck eines generell besseren Gesundheitsverhaltens bei den entsprechenden Patienten. Dies führt letztlich zu einer Halbierung des Mortalitätsrisikos in der Gruppe mit guter Compliance. Dieses Resultat ergab die Meta-Analyse der Studiendaten von 46 847 Patienten bezüglich Arzneitherapie nach Myokardinfarkt, Behandlung von HIV-Patienten, der medikamentösen Primärprävention von kardiovaskulären Erkrankungen sowie Typ-2-Diabetes, Hypercholesterinämie, Herzinsuffizienz und Immunsuppression nach Organtransplantation.
Wurden nur die Placeboarme von 8 Therapiestudien mit 19 633 Patienten ausgewertet, wies die Gruppe mit guter Therapietreue gegenüber der Gruppe mit schlechter Compliance ein Mortalitätsrisiko von 0,56 auf und lag somit um 44 % niedriger. In 2 Studien zeigte sich die aktive Behandlung als schädlich gegenüber einer Placebomedikation. Hier lag das Risiko der Schädigung für die Patienten mit einer guten Compliance um den Faktor 2,9 höher als bei den Patienten, die die Studienmedikation nicht so regelmäßig eingenommen hatten.
Für den behandelnden Arzt bedeutet dieser „Healthy-Adherer-Effekt“, dass der Unterstützung eines gesundheitsbewussten Verhaltens ein mindestens ebenso großes Gewicht zukommen sollte wie der Verordnung des richtigen Medikaments – das Erreichen des gewünschten Einnahmeverhaltens vorausgesetzt. w

Simpson SH et al.: A meta-analysis of the association between adherence to drug therapy and mortality. BMJ 2006; 333: 15; E-Mail: ssimpson@pharmacy.ualberta.ca

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