ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2007Meningeosis Neoplastica: Fortbildung in Liquorzytologie wichtig

MEDIZIN: Diskussion

Meningeosis Neoplastica: Fortbildung in Liquorzytologie wichtig

Dtsch Arztebl 2007; 104(15): A-1029 / B-915 / C-871

Kluge, Harald; Isenmann, Stefan

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LNSLNS Die Autoren heben den Stellenwert der Liquorzytologie für die Diagnostik der Meningeosis Neoplastica besonders hervor. Die liquorzytologische Diagnostik war traditionell in der Neurologie beheimatet. Mit organisatorischen Neuerungen geht nun häufig eine Verlagerung in Zentrallaboratorien einher. Gerade die Diagnose maligner Zellen aus dem Liquor kann Schwierigkeiten bereiten, weil bei verzögerter oder unsachgemäßer Verarbeitung die Zellen rasch morphologischen Veränderungen unterworfen sind. Weiterhin weisen pathologische Zellen im Liquor fast regelhaft andere morphologische Merkmale auf als im Blut oder im Gewebeverband (1).
Um die hohen Standards in der liquorzytologischen Diagnostik zu halten, sind Fortbildungen sowie ein Referenzwerk notwendig. Die Fachgesellschaften Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und Klinische Neurochemie (DGLN) und Deutsche Gesellschaft für Klinische Chemie und Laboratoriumsmedizin (DGKL) bieten auf ihren Jahrestagungen spezielle Kurse zur Liquorzytologie an, die, wie auch die jährlichen Ringversuche, Präparate von Meningeosen einschließen (2). Mehr als 20 Jahre nach den letzten, terminologisch mittlerweile überholten Werken ist überdies im vergangenen Jahr ein aktueller Atlas der Liquorzytologie erschienen, der die umfangreiche Erfahrung aus den Zentren Jena, Leipzig und Stadtroda vereint und alle relevanten Entitäten illustriert (3).
Bezüglich der klinischen Einschätzung und Therapieplanung scheint es geboten, in einem fächerübergreifenden Ansatz – Onkologie, Neuroradiologie, Neurochirurgie, Radioonkologie, Neurologie einschließlich Liquorzytologie – Befunde, Differenzialdiagnose, Therapieoptionen und das konkrete Prozedere gemeinsam zu besprechen, um fallbezogen tragfähige und verbindliche Entscheidungen zu treffen. Bezüglich der Einschätzung zentraler und radikulärer Beteiligung und insbesondere in der palliativen und supportiven Therapie, kann die Neurologie substanzielle Beiträge leisten. Angesichts der ungünstigen Prognose und heterogener Datenlage ist der Einschluss von Patienten in Therapiestudien anzustreben.


Prof. Dr. Harald Kluge
Klinik für Neurologie
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Erlanger Allee 101
07747 Jena

Prof. Dr. Stefan Isenmann
Klinik für Neurologie und klinische Neurophysiologie
HELIOS-Klinikum Wuppertral und Universität Witten/ Herdecke
Heusnerstraße 40
42283 Wuppertal
E-Mail: stefan.isenmann@med.uni-jena.de

Interessenkonflikt
Die Autoren erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne der Richtlinien des International Committee of Medical Journal Editors besteht.
1.
Kleihues P, Cavenee WK (Hrsg.): Pathology and genetics; tumours of the central nervous system. Lyon: IARC Press 2000.
2.
www.dgkl.de
3.
Kluge H et al. (Hrsg.): Atlas der praktischen Liquorzytologie. Stuttgart: Thieme 2005.
1. Kleihues P, Cavenee WK (Hrsg.): Pathology and genetics; tumours of the central nervous system. Lyon: IARC Press 2000.
2. www.dgkl.de
3. Kluge H et al. (Hrsg.): Atlas der praktischen Liquorzytologie. Stuttgart: Thieme 2005.

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