ArchivDeutsches Ärzteblatt15/2007Meningeosis Neoplastica: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Meningeosis Neoplastica: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2007; 104(15): A-1029 / B-915 / C-871

Gleissner, Beate

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LNSLNS Die Meningeosis neoplastica ist eine schwerwiegende Komplikation im Verlauf der Behandlung von Patienten mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen. Klinisch im Vordergrund steht die pleomorphe, multifokale Symptomatik. Diese ist bedingt durch die häufig gleichzeitige zerebrale und spinale Beteiligung sowie die Infiltration von Hirnnerven. Neben der bildgebenden Diagnostik, die bevorzugt eine Kernspintomographie einschließen sollte, ist der Stellenwert der Liquorzytologie für die Diagnose der Meningeosis neoplastica unbestritten. Zu betonen ist, dass die Gewinnung einer ausreichenden Menge Liquors (optimal 10 mL) und eine rasche und schonende Aufarbeitung innerhalb von 30 Minuten für die Diagnose essenziell sind. Bei klinischem Verdacht und initial negativer Liquorzytologie verbessert eine wiederholte Liquorentnahme die Rate positiver, richtungsweisender Befunde. Insbesondere dort, wo Liquorlabore in die Zentrallabore überführt wurden, müssen die spezifischen Gegebenheiten der Liquordiagnostik beachtet werden und erfordern eine Einarbeitung.
Die Behandlung der Patienten mit Meningeosis neoplastica umfasst neben der intrathekalen Therapie im Besonderen eine optimierte systemische Chemotherapie. Generell zu unterstützen sind interdisziplinäre Ansätze in der Behandlung neuroonkologischer Patienten. Die Expertise hämatologisch/onkologischer Fachrichtungen erscheint sehr bedeutsam, weil für die Prognose der Patienten insbesondere die Tumorhistologie und individuelle, patientenspezifische Vorbehandlungen entscheidend sind. Den Behandlungsverlauf der Patienten mit Meningeosis neoplastica bestimmt nicht ausschließlich der neurologische Befall, sondern insbesondere auch der Status der systemischen Tumorerkrankung. Im Falle eines fortgeschrittenen, therapierefraktären Tumorstadiums sollten palliativmedizinische Therapieansätze im Vordergrund stehen.

PD Dr. med. Beate Gleissner
Medizinische Klinik I
Universitätsklinikum des Saarlandes
Kirrberger Straße, 66421 Homburg
E-Mail: beate.gleissner@uniklinikum-saarland.de

Interessenkonflikt
PD Dr. Gleissner bezog von der Firma Mundipharma Reisekostenerstattung.

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