ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2007Organtransplantationen: China will Organhandel verbieten

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Organtransplantationen: China will Organhandel verbieten

afp; Hibbeler, Birgit

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Protest gegen illegale Organentnahmen: Mitglieder der Falun-Gong-Sekte demonstrieren in Brüssel. Foto: AP
Protest gegen illegale Organentnahmen: Mitglieder der Falun-Gong-Sekte demonstrieren in Brüssel. Foto: AP
Das chinesische Kabinett hat erstmals ein Gesetz zur Kontrolle von Organtransplantationen verabschiedet. Danach soll künftig der Handel mit Organen verboten sein. Außerdem dürfen nur noch Organe von freiwilligen Spendern verwendet werden. Die Regelung soll am 1. Mai in Kraft treten und sieht harte Strafen bei Verstößen vor.
China wird seit Langem der organisierte Handel mit Organen vorgeworfen. Zum Tode verurteilten Häftlingen würden nach der Hinrichtung Organe entnommen, ohne dass dafür eine Einwilligung vorliege. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch ist es darüber hinaus gängige Praxis, Hinrichtungstermine dem Bedarf an Organen anzupassen. Chinas Regierung weist die Vorwürfe zurück. Das Gesetz erlaubt allerdings weiterhin die Verwendung von Organen Hingerichteter.
Immer wieder gab es in der Vergangenheit auch Berichte, nach denen nicht nur Hingerichtete gegen ihren Willen zu Organspendern werden. Nach Angaben der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte sollen politischen Gefangenen, vor allem Mitgliedern der in China verbotenen Sekte Falun Gong, bei lebendigem Leib Organe entnommen worden sein, bevor man die Häftlinge dann hinrichtete. afp/BH
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