ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2007Rekombinanter Grippeimpfstoff besteht Test

AKTUELL: Akut

Rekombinanter Grippeimpfstoff besteht Test

Dtsch Arztebl 2007; 104(16): A-1056 / B-940 / C-896

Meyer, Rüdiger

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LNSLNS Ein rekombinanter Grippeimpfstoff, der in Insektenzellen produziert wird, erzielte in einer randomisierten kontrollierten Studie (JAMA 2007; 297: 1577–82) eine gute Schutzwirkung. Der Impfstoff könnte wesentlich schneller produziert werden als alle derzeit zugelassenen Impfstoffe, die zeit- und materialaufwendig in befruchteten Hühnereiern vermehrt werden.
Hämagglutinine werden von Viren abgetrennt
Der noch experimentelle FluBlOk®-Impfstoff wird im Baculovirus vermehrt, das lediglich als Vektor für die Vermehrung von Hämagglutininen, die beim Menschen eine Immunität gegen Grippeviren induzieren, dient. Die Neuraminidase, mit deren Hilfe sich konventionelle Grippeviren vermehren, fehlt indessen. Nach der Vermehrung in den Bioreaktoren werden die Hämagglutinine wieder von den Viren abgetrennt und gereinigt. Auf diese Weise stellte die Firma Protein Sciences Corp aus Meriden im US-Staat Connecticut einen trivalenten Impfstoff her, der mit den Hämagglutininen der Influenzavirus-Stämme A/New Caledonia/20/99(H1N1), B/Jiangsu/10/03 und A/Wyoming/03(H3N2) bestückt war.
In der Studie unter Leitung von John Treanor von der Rochester Universität in New York wurden in der Grippesaison 2004/2005 460 gesunde Personen geimpft. Es handelte sich um jüngere gesunde Probanden, also nicht um die üblichen Impfkandidaten (ältere Menschen und Kinder). Sie wurden mit zwei unterschiedlichen Dosierungen oder Placebo geimpft. Zwischen 51 und 92 Prozent (je nach Dosis und Antigen) der Patienten entwickelten protektive Antikörper, und auch die Raten der Grippe-Erkrankungen (sieben im Placeboarm, zwei in der niedrigeren Impfstoffdosierung und keine in der höheren Impfstoffdosierung) deuten an, dass der Impfstoff tatsächlich wirksam sein könnte, obwohl der Beweis größeren Studien vorbehalten bleiben dürfte. Abgesehen von lokalen Reaktionen an der Injektionsstelle und in der Regel leichten Kopfschmerzen kam es zu keinen bemerkenswerten Nebenwirkungen. Rüdiger Meyer
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