ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2007Krankenhäuser: Kein Geld für überfällige Investionen

POLITIK

Krankenhäuser: Kein Geld für überfällige Investionen

Dtsch Arztebl 2007; 104(16): A-1058 / B-942 / C-898

Flintrop, Jens

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LNSLNS Die Deutsche Krankenhausgesellschaft schlägt Alarm. Seit 1991 haben die Länder die Krankenhausfinanzierung um 44,3 Prozent reduziert.

Die jährliche Analyse der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zur Ausstattung der Krankenhäuser mit Investitionsmitteln belegt einen erschreckenden Trend: Die Bundesländer kommen ihrer Verpflichtung zur Investitionsfinanzierung der 2 139 Krankenhäuser immer weniger nach. Im Jahr 2006 gingen die bereitgestellten Mittel zum elften Mal in Folge zurück und beliefen sich auf nur noch 2,7 Milliarden Euro. Im Vergleich zu 1991 haben die Länder damit die Krankenhausfinanzierung im Schnitt um 44,3 Prozent zurückgefahren. Einzig Hamburg und Hessen fallen positiv aus dem Rahmen (siehe Tabelle).
„Die Krankenhäuser stehen mit dem Rücken zur Wand“, kommentiert DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum die Zahlen. Jedes Jahr fehlten in den Kliniken vier Milliarden Euro, um notwendige Investitionen vorzunehmen und Gebäude zu modernisieren. Durch die mit der Gesundheitsreform beschlossenen erneuten Kürzungen in Höhe von 380 Millionen Euro würden den Kliniken die Eigenfinanzierungsmöglichkeiten gänzlich genommen.
Die DKG fordert, die Kürzungen für 2008 auszusetzen. Um den Investitionsstau abzuarbeiten, sei zudem ein nationaler Kraftakt von Bund und Ländern notwendig – ähnlich dem Aufbauprogramm für die Krankenhäuser in den neuen Bundesländern nach der Wiedervereinigung.

Jens Flintrop
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