ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2007Gesundheitssystem: Reform für Deutschland

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Gesundheitssystem: Reform für Deutschland

Dtsch Arztebl 2007; 104(16): A-1082 / B-963 / C-916

Höfs, Till

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Der Beitrag spricht mir nach nunmehr 37 aktiven Berufsjahren als Facharzt für Innere Medizin im stationären Versorgungsbereich völlig aus dem Herzen und bestätigt uneingeschränkt alle persönlichen Erfahrungen. Die Übernahme des norwegischen Prinzips mit Übernahme des „Nächsten Effektiven Interventionsniveaus“ bei der Behandlung bedürftiger Menschen auch in Deutschland wäre eine echte Reform des deutschen Gesundheitswesens mit der Folge des Abbaus einer oft völlig überzogenen und darum oft sinnlosen Inanspruchnahme medizinischer Leistungen. Mit dem NEIN-Prinzip, welches ja gar keine Negierung a priori ist und nur im Deutschen so klingt, ließen sich erhebliche Geldmittel einsparen, ohne dass die Volksgesundheit irgendeinen Schaden nähme. Die sehr verbreitete Mentalität, banale, geringfügigste Erkrankungen oder gar nur Befindlichkeitsstörungen möglichst sofort vom Spezialisten aufwendig diagnostizieren und ggf. behandeln zu lassen, kostet unsere Volkswirtschaft jährlich Unsummen. Dieses völlig unangemessene Anspruchsdenken und -verhalten gehört abgeschafft und eine derartige Entwicklung wäre wirklich eine Reform im deutschen Gesundheitswesen, allerdings eine unbequeme für alle Beteiligten, die darum leider keine Mehrheiten finden wird.
Priv.-Doz. Dr. med. habil. Till Höfs,
Chefarzt der Klinik für Kardiologie,
Zentrum für Innere Medizin, Städtisches Klinikum Magdeburg, Birkenallee 34, 39130 Magdeburg
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