ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2007Gesundheitssystem: Viel Wahres
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Da hat Herr Kamps aber ohne viel professorales Gutachtenklimbim viel Wahres ausgesprochen. So schnell aber wird sich diese Wahrheit nicht in Konsequenzen niederschlagen, denn
– in der jetzigen Solidarversicherungssituation wird der Patient sich mit dem „NEIN-Prinzip“ nicht zufrieden geben. Es kostet ihn ja in der Regel nichts. Und deshalb: „Wo’s Freibier gibt, wird gesoffen“ (Alt-KBV-Vorsitzender Häussler).
– das Sicherheitsbedürfnis ist auch bei Selbstbeteiligung und Selbstzahlung riesengroß. Und wer kann vor einer erfolgten Untersuchung schon sicher sagen, dass sie unnötig ist? Oft genug werden Patienten, die entsprechend dem „NEIN-Prinzip“ verfahren sind, von den „Koryphäen“ empfangen mit den Worten „Ja um aller Herrgottswillen, warum kommen sie denn jetzt erst?“ Ich habe noch keinen PSA-Kontrollschleifenbefindlichen aus dieser Schleife rausgebracht.
– die Juristen werden dafür sorgen, dass die Überdiagnostik weiterhin fröhlich Urständ feiert. Solange „retrospektive Unterdiagnostik“ das Arztversäumnis schlechthin ist (jede Raritätenbeschreibung endet in der Aufforderung, unbedingt auch daran zu denken), wird man von Überdia-gnostik nicht ablassen können . . .
Dr. Alexander Ulbrich, Birkheckenstraße 1,
70599 Stuttgart
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.