ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2007Gesundheitssystem: Norwegische Einstellung

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Gesundheitssystem: Norwegische Einstellung

Dtsch Arztebl 2007; 104(16): A-1084 / B-965 / C-918

Paulukat, Dirk

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Was die Zahl der Arztbesuche pro Patient in Deutschland angeht, stimme ich mit dem Autor überein – die in Deutschland häufige Inanspruchnahme von Ärzten wäre m. E. auch dann geringer, wenn wir Kostenerstattung und Direktabrechnung mit dem Patienten hätten und nicht die „Chipkartenmentalität“ vieler GKV-Patienten, denen ihr teilweise vorhandenes Anspruchsdenken ja erst durch die falschen Versprechungen der Politik und der Krankenkassen anerzogen wurde; viele privat versicherte Patienten haben nach meiner Erfahrung hingegen teilweise eine recht „norwegische Einstellung“ zum Arztbesuch. Die Einschätzung der fachärztlichen Versorgung, die der Kollege Kamps äußert, geht jedoch an der deutschen Realität vorbei: Ein Großteil der fachärztlichen Versorgung ist nicht überzogenes Spezialistentum, sondern eine Grundversorgung, die weder durch Hausärzte noch durch irgendwelche Zentren zu ersetzen ist; Herr Kamps als Facharzt für Allgemeinmedizin hat selber sicherlich auch kein Interesse daran, seine Patientinnen regelmäßig gynäkologisch zu betreuen oder den Patienten Brillen zu verordnen; ihm fehlt sicherlich auch die entsprechende apparative Ausstattung dafür . . . Tatsächlich ist eine flächendeckende fachärztliche Versorgung nicht durch Hausärzte substituierbar und wäre auch in irgendwelchen Versorgungszentren oder Kliniken zentralisiert weder besser noch billiger, nur eben weiter entfernt vom Patienten . . .
Dirk Paulukat, Frankfurter Straße 28,
65520 Bad Camberg
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