ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2007Verbessert die Therapie die Prognose der COPD?

MEDIZIN: Referiert

Verbessert die Therapie die Prognose der COPD?

Dtsch Arztebl 2007; 104(16): A-1103 / B-984 / C-936

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LNSLNS Langwirksame Beta-Agonisten und inhalative Corticosteroide sind die Basistherapie der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). In einer randomisierten Doppelblindstudie gingen die britischen Autoren der Frage nach, inwieweit eine Langzeitbehandlung mit 50 µg Salmeterol plus 500 µg Fluticasonpropionat zweimal täglich als Kombinationsspray appliziert im Vergleich mit Placebo und den beiden Einzelsubstanzen Salmeterol und Fluticason die Prognose der COPD zu bessern vermag. Der Beobachtungszeitraum währte 3 Jahre.
An der Studie nahmen 6 112 Patienten aus 42 Ländern mit 444 Zentren teil; das Studienziel, nämlich eine signifikante Senkung der Mortalität, wurde mit einem p = 0,052 nicht erreicht: von den 875 innerhalb des Beobachtungszeitraums verstorbenen Studienteilnehmern gehörten 12,6 % der Gruppe mit einer Kombinationstherapie, 15,2 % der Placebogruppe, 13,5 % der Salmeterolgruppe und 16,0 % der nur mit Fluticason behandelten Gruppe an.
Das Sterblichkeitsrisiko lag in der Gruppe mit einer Kombinationstherapie gegenüber der Placebogruppe um 2,6 % niedriger, einer Reduktion um 17,5 % entsprechend. Die Rate an jährlicher Exazerbation betrug unter Placebo 1,13, unter der Kombinationsbehandlung 0,85, die Spirometriewerte waren unter der Kombinationstherapie signifikant besser.
Bezüglich okulärer und ossärer Nebenwirkungen bestanden keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen, wohl aber hinsichtlich pneumonischer Komplikationen, die unter Fluticason (18,9 %) und der Kombinationstherapie (19,6 %) signifikant häufiger verzeichnet wurden als unter Placebo (12,3 %).
In einem begleitenden Editorial kommen die Autoren zu dem Schluss, langwirksame Beta-Agonisten seien die Gewinner, eine Monotherapie mit inhalativen Steroiden der Verlierer und eine Kombinationstherapie aus Corticosteroiden und Beta-Agonisten biete keinen statistisch signifikanten Vorteil bezüglich des Überlebens. Wegen der günstigen Daten bezüglich Allgemeinbefinden, Häufigkeit von Exazerbationen und Schutz vor einer Verschlechterung der Lungenfunktion hätte die Kombinationstherapie jedoch den Empfehlungen der Fachgesellschaften folgend ihre Indikation bei Patienten mit schwerer Verlaufsform und häufigen Exazerbationen, doch müsste dann ein erhöhtes Pneumonierisiko für die Patienten in Kauf genommen werden. w

Calverley PMA et al.: Salmeterol and Fluticasone propionate and survival in chronic obstructive lung disease. N Engl J Med 2007; 356: 775–89, E-Mail: pmacal@liverpool.ac.uk
Rabe KF: Treating COPD – The TORCH Trial, p Value and the Dodo, N Engl J Med 2007; 356: 852–54, Leiden University Medical Center, Leiden, The Netherland

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