ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2007Adjuvante Therapie mit Trastuzumab bei Mammakarzinompatientinnen: Resistenzfrage klären
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LNSLNS Die Übersichtsarbeit erweitert die circa 310 Publikationen, die zu diesem Thema über PubMed recherchiert werden können. Interessant erscheint, dass in den englischsprachigen Übersichten in der Autorenschaft maßgeblich Onkologen vertreten sind, wohingegen in der obigen Übersichtsarbeit sämtliche Autoren Gynäkologen sind. Wenn diese das britische NICE zitieren, dann muss ergänzt werden, dass NICE die FinHer-Studie ausdrücklich aus der Bewertung ausgeschlossen hat.
Bezüglich des molekularen Mechanismus von Trastuzumab und der in den Studien gefundenen Kardiotoxizität möchte ich nur Folgendes anmerken: Die Kardiotoxizität ist keine ausgewiesene Eigenschaft von Trastuzumab, weil inzwischen für andere sogenannte „targeted therapies“ wie zum Beispiel für Imatinib Daten vorliegen (1).
Interessant erscheint die mögliche Interaktion der hereditären Hämochromatose mit der durch Anthrazyklin-induzierten Kardiotoxizität (2). Bei der Häufigkeit des Merkmales der Hämochromatose in der europäischen Bevölkerung und der Häufigkeit der Anthrazyklin-haltigen Chemotherapie in den Studien, könnte dies zur gefundenen Toxizität beigetragen haben. Auch wenn die Echokardiographie von den Autoren zur möglichen frühen Erfassung der Kardiotoxizität empfohlen wird, weist sie als diagnostischer Test wie MUGA, EKG oder Serummarker wie natriuretisches Peptid eine nur geringe positive Prädiktion auf.
Aus der Übersichtsarbeit ist nur schwer zu erkennen, welcher Anteil der Patienten eine Resistenz gegen Trastuzumab hatte. So ist bekannt, dass eine Defizienz von dem Suppressor-Gen PTEN, die in circa 50 % der Fälle der Mammakarzinome vorkommt, eine derartige Resistenz verursacht (3, 4). Künftige Studien sollten in der Auswahl von Therapien mit Trastuzumab nicht nur HER2 sondern auch den PTEN-Status bestimmen. So ist das Design der APHRODITE-Adjuvant Studie im Vergleich Trastuzumab, Lapatinib, Kombination beider für 1 Jahr und sequenzielle sechsmonatige Therapie beider Medikamente sicherlich geeignet die Resistenzfrage beantworten zu helfen.


Dr. med. Antonis G. Tsamaloukas
Schulstraße 16–18, 40721 Hilden
1.
Kerkela R, Grazette L, Yacobi R, Iliescu C, Patten R, Beahm C et al.: Cardiotoxicity of the cancer therapeutic agent imatinib mesylate. Nat Med 2006;12(8): 908–16. MEDLINE
2.
Miranda CJ, Makui H, Soares RJ, Bilodeau M, Mui J, Vali H et al.: Hfe deficiency increases susceptibility to cardiotoxicity and exacerbates changes in iron metabolism induced by doxorubicin. Blood 2003; 102(7): 2574–80. MEDLINE
3.
Nagata Y, Lan KH, Zhou X, Tan M, Esteva FJ, Sahin AA et al.: PTEN activation contributes to tumor inhibition by trastuzumab, and loss of PTEN predicts trastuzumab resistance in patients. Cancer Cell 2004; 6(2): 117–27. MEDLINE
4.
Nahta R, Yu D, Hung MC, Hortobagyi GN, Esteva FJ: Mechanisms of disease: understanding resistance to HER2-targeted therapy in human breast cancer. Nat Clin Pract Oncol 2006; 3(5): 269–80. MEDLINE
1. Kerkela R, Grazette L, Yacobi R, Iliescu C, Patten R, Beahm C et al.: Cardiotoxicity of the cancer therapeutic agent imatinib mesylate. Nat Med 2006;12(8): 908–16. MEDLINE
2. Miranda CJ, Makui H, Soares RJ, Bilodeau M, Mui J, Vali H et al.: Hfe deficiency increases susceptibility to cardiotoxicity and exacerbates changes in iron metabolism induced by doxorubicin. Blood 2003; 102(7): 2574–80. MEDLINE
3. Nagata Y, Lan KH, Zhou X, Tan M, Esteva FJ, Sahin AA et al.: PTEN activation contributes to tumor inhibition by trastuzumab, and loss of PTEN predicts trastuzumab resistance in patients. Cancer Cell 2004; 6(2): 117–27. MEDLINE
4. Nahta R, Yu D, Hung MC, Hortobagyi GN, Esteva FJ: Mechanisms of disease: understanding resistance to HER2-targeted therapy in human breast cancer. Nat Clin Pract Oncol 2006; 3(5): 269–80. MEDLINE

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