ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2007Konfliktbewältigung: Liebe und Macht

KULTUR

Konfliktbewältigung: Liebe und Macht

Dtsch Arztebl 2007; 104(16): A-1109 / B-990 / C-942

Albrecht, Helmut

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Partnerschaftsprobleme sind ein Risikofaktor für psychosomatische Erkrankungen und seelische Krisen. Lange Zeit wurde das Thema nur in verschlüsselter Form abgehandelt, um sich den Vorwurf der Unwissenschaftlichkeit zu ersparen. Das änderte sich, als bedeutende Geister wie Erich Fromm sich nicht scheuten, offen zu benennen, worüber sie schrieben. Doch vor allem die Machtprozesse in der Liebe wurden weiterhin tabuisiert.
Umso verdienstvoller ist es, dass nun der erfahrene Psychotherapeut und Autor das Wesen der Liebe im Zusammenspiel der alltäglichen Machtprozesse erkennt. Anhand anschaulicher Fallbeispiele versteht er es, die Doppelgesichtigkeit der Macht in Liebesbeziehungen zu erhellen: Macht ist Mächtigkeit und Können, andererseits aber auch Drang nach Überlegenheit und Dominanz und Kampf. Das Umgehenkönnen mit diesen Gratwanderungen des Machtstrebens im Spiel der Leidenschaften und Gefühle erweist sich als Voraussetzung lebendiger Liebe. Erfolg in der Liebe, ihre Dauer und Tiefe erfordern Gefühl und Verstand, Mut und kontrollierte Enthemmung. Die Machtprozesse in einer Liebesbeziehung sinnvoll zu steuern, sei ebenso schwierig, wie einen Rennwagen zu lenken, schreibt Krüger. Dazu müsse man vor allem lernen, mit seinen Aggressionen umzugehen. Dies gelinge jedoch nur, wenn man unbewältigte Verletzungen und Enttäuschungen aufarbeite.
Der Leser gewinnt entscheidende Impulse und Erkenntnisse, wenn er sich auf dieses spannende Buch einlässt. Helmut Albrecht

Wolfgang Krüger: Liebe, Macht und Leidenschaft. Die Erfolgsregeln für fairen Konfliktausgleich. Herder, Freiburg u. a., 188 Seiten, kartoniert, 9,90 €
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