ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2007Roman: Unbändige Erzähllust

KULTUR

Roman: Unbändige Erzähllust

Dtsch Arztebl 2007; 104(16): A-1109 / B-990 / C-942

Goddemeier, Christof

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Eigentlich will die Familie des provenzalischen Landadeligen Frederi de Castelblanc bloß den Sommer in Aix verbringen. Seiner Gemahlin ist vor allem daran gelegen, für die Zwillingsschwestern Cristino und Catarino geeignete Ehemänner zu finden. Doch es ist das Jahr 1558, und am Vorabend der französischen Religionskriege kommt manches anders als erwartet. Noch bevor die Gruppe Aix erreicht, stößt sie am Wegrand auf den ersten Toten: Heinrich Trostett, laut Passierschein deutscher Kaufmann aus Leipzig. Eines natürlichen Todes ist er nicht gestorben. Kurz zuvor ist im Augustinerkonvent von Aix ein Mönch ermordet worden. In Trostetts Rocktasche findet Fabiou, der jüngere Bruder der Zwillinge, eine Art Tagebuch. Da stehen merkwürdige Dinge drin, verworren und rätselhaft. Mithilfe von Bruder Antonius machen Fabiou und seine Schwestern sich an die Arbeit. Die nächsten Morde lassen nicht auf sich warten. Und Cristino hat quälende Albträume. Dann entgeht sie selbst nur knapp einem Mordanschlag . . .
Mit zuweilen unbändiger Erzähllust entführt die Autorin und Ärztin uns in ihrem ersten Roman in eine spannende Geschichte. Geschickt verflicht Klink eine erfundene Handlung mit historischen Tatsachen, etwa dem „Arrêt de Mérindol“, der 1545 den Parlamentspräsidenten von Aix ermächtigte, ein „Ketzerdorf“ zu zerstören und seine Bewohner hinzurichten. Am Ende des üppigen Werks ist nichts mehr so, wie es schien. Aber Männer haben Catarino und Cristino tatsächlich gefunden, wenn auch nicht solche, die ihre Mutter gutheißt.
Christof Goddemeier

Katja Klink: Die Kinder des Ketzers. Historischer Roman. Knecht, Frankfurt am Main, 1103 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag, 24,90 €
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