ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2007Praxisführung: Klares Praxisprofil steigert die Ertragskraft

BERUF

Praxisführung: Klares Praxisprofil steigert die Ertragskraft

Dtsch Arztebl 2007; 104(16): [110]

Uphoff, Karin

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LNSLNS Investitionen in die Öffentlichkeitsarbeit zahlen sich aus.

Durch die Lockerung des Werbeverbotes stehen Ärzten mehr Möglichkeiten zur Verfügung, ihre Leistungen und Schwerpunkte vorzustellen. Diese Investitionen in die Öffentlichkeitsarbeit zahlen sich in der Regel schnell aus, wie kürzlich eine Studie der Stiftung Gesundheit belegte. Die für die Untersuchung befragten Ärzte gaben an, dass auch mit einem kleineren Marketing-Budget schon positive Impulse zu spüren seien.
Tatsächlich tragen manchmal bereits Kleinigkeiten dazu bei, die Praxis stärker in den Blickpunkt zu rücken. Das kann ein ansprechendes Praxisschild sein oder ein Logo, das zur Praxis passt. Was veranlasst den Patienten, eine bestimmte Arztpraxis aufzusuchen? Ist die Visitenkarte aussagekräftig, das Briefpapier ansprechend? Welche Informationen bieten der Telefonbucheintrag oder der Internetauftritt? Zu beachten ist dabei, dass Patienten medizinische Laien sind und Leistungen nur sehr begrenzt vergleichen können. 90 Prozent aller Entscheidungen werden gefühlsbeeinflusst getroffen. Das gesamte Auftreten der Praxis sollte deshalb das Vertrauen in die ärztliche Expertise stärken und deutlich zeigen, worin die besondere Kompetenz des Arztes besteht.
Für die Ärzte gilt es, jeden Anlass zu nutzen, um positiv auf sich und seine Praxis aufmerksam zu machen. Viele Lokalzeitungen berichten etwa gerne über die Auszeichnung von Mitarbeiterinnen, Dienstjubiläen oder den bevorstehenden Praxisumzug. Pressewirksame Anlässe lassen sich auch arrangieren: Gemeinsam mit einem ortsansässigen Künstler kann zum Beispiel zu einer Ausstellung in die Räume der Arztpraxis eingeladen werden.
Auch Serviceleistungen wirken positiv. Patienten, die neben einer modernen medizinischen Versorgung regelmäßig via Broschüren, Praxiszeitung, E-Mail-Newsletter oder Informationsveranstaltungen auf dem Laufenden gehalten werden, zum Geburtstag ein Kärtchen bekommen und den nächsten Vorsorgetermin garantiert nicht vergessen, weil die Arzthelferin rechtzeitig daran erinnert, empfehlen die Praxis eher weiter und werben somit gezielt neue Patienten.
Serviceangebote sind wichtig, müssen aber im Verhältnis zum Aufwand stehen. Wichtig ist dabei auch der Adressat: Welche Patienten will der Arzt bevorzugt ansprechen? Viele Ärzte setzen derzeit auf eine interessante neue Zielgruppe, die Fachleute als LOHAS (Lifestyles of Health and Sustainability) bezeichnen. Neueste Studien zeigen, wie wichtig diesen Menschen Gesundheit ist. Sie verfügen über Geld und sind bereit, dieses für ihre Gesundheit auszugeben sowie für Leistungen, die ihnen einen erkennbaren Mehrwert bieten. Den gilt es zu vermitteln: zum Beispiel durch eine gut organisierte Praxis, freundliches Personal, kurze Wartezeiten, angenehmes Ambiente und eine umfassende, hochwertige Versorgung, die unter ganzheitlichen Aspekten erfolgt. Freiwillige Vorsorgeuntersuchungen und sinnvolle individuelle Gesundheitsleistungen nehmen die LOHAS dann gerne in Anspruch.
Das Engagement für eine leistungsstarke „Wohlfühlpraxis“ ist der individuelle Weg. Heidelberger Ärzte haben ergänzend dazu ein Gemeinschaftsmodell entwickelt, mit dem sich die niedergelassenen Ärzte gegenüber den großen Krankenhäusern und Medizinischen Versorgungszentren positionieren. Im März vergangenen Jahres gründeten rund 70 Ärztinnen und Ärzte den Verbund, der zwei Chancen eröffnet: Neben der idealen Plattform für eine fachübergreifende Kooperation kann gemeinsam Öffentlichkeitsarbeit mit professioneller Unterstützung betrieben werden. Damit wurden bereits im ersten Jahr drei große Projekte realisiert. Zum Auftakt präsentierten sich die Ärzte auf einem lokalen Gesundheitstag, bei dem die Patienten intensiv die Gelegenheit zu Gesprächen nutzten. Mittlerweile wurde ein Praxisführer mit umfangreicher Vorstellung jeder Praxis herausgegeben und ein eigenes Internetportal geschaltet; zusätzlich gibt es Pressemeldungen zu aktuellen Themen und eine Vortragsreihe. Die Patienten erfahren damit mehr über die Leistungen der Praxen, das schafft Vertrauen in deren Kompetenz.
Ganz gleich, welchen Weg der Arzt einschlägt: Wichtig ist, aktiv zu werden und es auch zu bleiben. Bei der Öffentlichkeitsarbeit Geld zu sparen, ist so, als legt man seine Uhr beiseite, um Zeit aufzuheben. Professionelle Begleitung kann dabei den Aufwand für den Arzt reduzieren.
Dr. Karin Uphoff
E-Mail: karin.uphoff@uphoff-pr.de
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